Wuchernde Prunkwinde – ein farbenfroher Neophyt, der problematisch werden kann
(ck – 18.11.24) Wuchernde Prunkwinde – ein farbenfroher Neophyt, der problematisch werden kann
Ipomoea tricolor, auch Himmelblaue Prachtwinde, Trichterwinde oder Prunkwinde genannt, ist in Mexiko und Mittelamerika beheimatet und gehört zu der Familie der Windengewächse (Concolvulaceae). Übersetzt bedeutet „convolvere“ so viel wie „winden, umschlingen“, was die Fähigkeit der zugehörigen Gattungen beschreibt. Die Prunkwinde eignet sich gut zur schnellen Begrünung von hässlichen Zäunen oder Wänden. Allerdings sind alle Pflanzenteile leicht giftig und der Saft kann Hautreizungen hervorrufen.
Ipomoea tricolor klettert erfolgreich durch ihre langen windenden Triebe empor. Bietet man der Prachtwinde keine Rankhilfe, wächst sie bodendeckend. Das bis zu 3,5 m hoch schlingende Klettergewächs besitzt ganzrandig-herzförmige Blätter und blüht von Juni bis September. Ihre Trichterblüten erscheinen in Wildform herrlich blau und weisen mittig einen weißen Schlund auf. Kulturformen bieten dem Gärtner inzwischen Sorten mit pinken bis rosafarbenen Blüten. Ihre Blüten öffnen sich in den Morgenstunden und verblühen am selben Tag. Glücklicherweise ist die Pflanze sehr blühaktiv, weswegen die kurze Blütezeit der einzelnen Prunkwinden-Blüten ihren Zierwert nicht einschränkt. Verwendung findet sie in Bauerngärten als Sichtschutz an Zäunen, als Ampelpflanze, Kübelbepflanzung oder als Fassadenbegrünung. Für Insekten ist die prachtvolle Prunkwinde leider weniger interessant, da sie ein geringes Pollen- und Nektarangebot bietet.
Die Prunkwinde ist nicht winterhart, was ein Vorteil ist. Im Winter frieren die Pflanzen ab.
Die Vermehrung der Trichterwinde erfolgt über die Samen. Die Prunkwinde wird selten fremdbestäubt, sondern befruchtet sich stattdessen selbst – daher ähneln die Nachkommen meist der Mutterpflanze. Im Herbst entstehen aus den Blüten kugelige Früchte mit dunklen Samen. Im milden Klima der Kurpfalz überwintern die Samen in der Erde, so dass man Gefahr läuft, im nächsten Jahr nicht nur 1 Prunkwinde, sondern 100 Prunkwinden im Garten zu haben….
Hinweis: Die Samen von Ipomoea tricolor sind giftig, weshalb bei Entfernen der Samen das Tragen von Handschuhen dringend empfohlen wird.
Achtung: Wer nicht möchte, dass sein Garten völlig von Prunkwinden überwuchert wird, sollte die Samen nicht willkürlich verteilen. An Stellen, an denen die Winde unerwünscht ist, sollte man schon die jungen Austriebe ausreißen oder abmähen und vor allem verhindern, dass sich Samen bilden. Bitte auf keinen Fall Samen außerhalb der Gärten verteilen.
C. Kienle BUND Sandhausen / Walldorf
https://www.bund-rhein-neckar-odenwald.de/ueber-uns/bund-vor-ort/bund-sandhausenwalldorf/
Quelle: https://gartenrat.de/prunkwinde/
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