Balzzeit für den Vogel des Jahres 2026 hat begonnen

Start ins Jahr des Rebhuhns

(nabu – 23.1.26) Noch leben die Rebhühner im Winter in sogenannten „Ketten“ auf offenen Feldern, doch bereits im Februar beginnt für den Vogel des Jahres 2026 die Balzzeit. Die Familienverbände lösen sich auf, und in der Dämmerung machen die Rebhähne mit ihrem rauen Revierruf „kirräck“ auf sich aufmerksam. Die Balz findet bewusst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden statt, um Greifvögeln weniger Angriffsfläche zu bieten.

Treue Paare und aufwendige Brut

Rebhuhnpaare bleiben oft ein Leben lang zusammen. Nach einer längeren Kennenlernphase folgt im Mai die Paarung. Kurz darauf legt die Rebhenne bis zu 20 Eier. Da das Gelege über mehrere Wochen entsteht, beginnt die eigentliche Brut erst später. Rund 24 bis 25 Tage brütet die Henne gut versteckt in dichter Vegetation – stets bedroht durch Fressfeinde wie den Fuchs.

Dramatischer Bestandsrückgang

„Über jede erfolgreiche Brut muss man froh sein, denn mit dem Rebhuhn wurde eine stark gefährdete Art zum Vogel des Jahres gewählt“, erklärt NABU-Vogelschutzexpertin Dr. Ute Eggers. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das etwa taubengroße Rebhuhn ein häufiger Bewohner der Kulturlandschaft. Seit den 1980er Jahren ist der europäische Bestand jedoch um rund 91 Prozent eingebrochen. Hauptursache ist die intensive Landwirtschaft: größere Felder, verschwundene Feldraine und Büsche sowie ein hoher Pestizideinsatz haben Lebensraum und Nahrungsgrundlage stark reduziert.

Mehr Lebensraum statt Agrarsteppe

Nach Ansicht des NABU braucht das Rebhuhn dringend eine strukturreichere Agrarlandschaft. „Es muss mehr Raum für Brach- und Blühflächen sowie Gehölze geschaffen werden“, fordert Eggers. Die Rücknahme einer EU-Vorgabe, nach der mindestens vier Prozent der Ackerflächen brachliegen sollten, sei ein Rückschritt. Förderprogramme müssten ausgebaut und ergänzt werden, um den Bestand langfristig zu stabilisieren.

Was jede und jeder beitragen kann

Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können helfen. Der Kauf von Bio-Produkten unterstützt eine Landwirtschaft mit geringerem Pestizideinsatz, wovon das Rebhuhn und andere Feldvögel profitieren. Zudem startet ab Februar wieder die bundesweite Rebhuhn-Zählung des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA). Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, Rebhuhn-Vorkommen in ihrer Umgebung zu erfassen und zu melden, um die Entwicklung der Art besser beobachten zu können.

Text und Foto: NABU

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