Immer mehr Fahrzeuge von Rückrufen betroffen

Symbolfoto: Pixabay

Zahl der Rückrufaktionen seit Jahren auf hohem Niveau

(adac 28.1.26) Was früher die Ausnahme war, gehört heute fast schon zum Tagesgeschäft: Autohersteller rufen regelmäßig Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Eine aktuelle Marktuntersuchung des ADAC zeigt, wie stark die Zahl der Rückrufaktionen in den vergangenen Jahren gestiegen ist – und welche Gründe dahinterstecken.

Deutlicher Anstieg seit 2010

Im Jahr 2025 verzeichnete die ADAC-Rückrufdatenbank, die auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) basiert, insgesamt 532 Rückrufaktionen. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 185 – die Zahl hat sich damit nahezu verdreifacht. Besonders bis 2018 nahm die Anzahl stetig zu, seitdem verharrt sie auf einem sehr hohen Niveau. Gleichzeitig sind immer mehr Fahrzeuge betroffen: Allein 2024 mussten 2,84 Millionen Autos in die Werkstatt, was einem Plus von 48 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Die meisten Rückrufe meldete 2025 Mercedes-Benz mit 45 Aktionen, während BMW mit rund 136.000 betroffenen Fahrzeugen bei einem Anlasser-Defekt die größte Einzelmaßnahme verzeichnete.

Warum es immer mehr Rückrufe gibt

Der ADAC nennt mehrere Ursachen für diese Entwicklung. Zum einen wächst die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge und Modellreihen kontinuierlich. Hinzu kommt eine veränderte Herstellerlandschaft: Neben europäischen Marken sind heute deutlich mehr Anbieter – insbesondere aus Asien – mit großer Modellvielfalt auf dem deutschen Markt vertreten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der technische Fortschritt. Moderne Fahrzeuge sind mit immer mehr elektronischen und digitalen Systemen ausgestattet, was das Fehlerpotenzial erhöht. Gleichzeitig haben sich die Entwicklungszyklen verkürzt: Zwischen zwei Modellgenerationen liegen heute oft nur noch rund fünf Jahre.

Große Skandale treiben die Statistik

Zusätzlich haben einzelne Großrückrufe die Zahlen stark beeinflusst. Der Dieselskandal sowie die fehlerhaften Takata-Airbags führten dazu, dass in Deutschland jeweils mehrere Millionen Fahrzeuge zurückgerufen wurden. Solche Dimensionen sind jedoch trotz der insgesamt hohen Rückrufzahlen die Ausnahme.

Mehr Offenheit bei den Herstellern

Positiv bewertet der ADAC, dass Autobauer heute deutlich transparenter mit Rückrufen umgehen. Während früher oft nur bei gravierenden Sicherheitsmängeln reagiert wurde, werden inzwischen auch kleinere Produktions- oder Softwarefehler über Rückrufaktionen behoben. Aus Sicht des ADAC sind Rückrufe vor allem ein Instrument der Qualitätssicherung: Sie erhöhen die Verkehrssicherheit und schützen Fahrzeughalter vor Wertverlust.

ADAC rät: Rückrufe unbedingt wahrnehmen

Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, Rückrufaktionen stets ernst zu nehmen – unabhängig davon, ob es um sicherheitsrelevante Bauteile oder kleinere Nachbesserungen geht. Gleichzeitig appelliert der Automobilclub an die Hersteller, Verbraucher nicht als Testpersonen für unausgereifte Technik zu nutzen. Fahrzeuge und neue Systeme müssten vor der Markteinführung ausreichend geprüft sein.

Klare Information und Mobilität sicherstellen

Kommt es zu einem Rückruf, sollte dieser laut ADAC verständlich kommuniziert werden. Autobesitzer müssen klar erkennen können, welcher Mangel vorliegt, welche Folgen er hat und welche Maßnahmen in der Werkstatt durchgeführt werden. Bei längeren Reparaturzeiten sieht der ADAC zudem die Hersteller in der Pflicht, für die Mobilität der Kundinnen und Kunden zu sorgen – auch wenn der rechtliche Anspruch darauf bislang nur eingeschränkt besteht.

Mehr zu den Rechten und Pflichten bei einem Rückruf lesen Sie hier.

Quelle: ADAC / Pressemitteilung

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