NABU vor CDU-Parteitag: Naturschutz zentrale Regierungsaufgabe

Symbolfoto: Pixabay

NABU appelliert an die Union vor dem CDU-Parteitag

(nabu 19.2.26) Im Vorfeld des bevorstehenden CDU-Parteitags fordert der NABU die Union auf, Natur- und Umweltschutz als zentrale Regierungsaufgabe zu begreifen. Dabei gehe es nicht allein um ökologische Verantwortung, sondern auch um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands als Wirtschaftsstandort und um die Lebensqualität kommender Generationen.

Naturschutz als wirtschaftliche Grundlage

„Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe“, erklärt Johann Rathke, Leiter Politik und Strategie beim NABU. Intakte Ökosysteme und saubere Wasserressourcen seien grundlegende Voraussetzungen für Wohlstand und Stabilität. Zudem entwickelten sich innovative Klima- und Umwelttechnologien zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Breite Unterstützung in der Bevölkerung

Nach Angaben des NABU haben Natur- und Umweltschutz für die knapp eine Million Mitglieder und Fördernde hohe Priorität. Rathke verweist auf eine repräsentative Umfrage aus dem Herbst 2025, wonach fast 90 Prozent der Unionswählerinnen und -wähler Maßnahmen unterstützen, die Natur langfristig zu erhalten und geschädigte Lebensräume wiederherzustellen. Als größter ehrenamtlich getragener Naturschutzverband in Deutschland sehe sich der NABU in der Verantwortung, konstruktiv an Lösungen mitzuwirken und gemeinsam mit Wirtschaftspartnern praxistaugliche Konzepte zu entwickeln.

Zivilgesellschaft und Ehrenamt stärken

Der Verband hebt zudem die Bedeutung einer lebendigen Zivilgesellschaft hervor. Bürgerschaftliches Engagement stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt – gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung. Die Unionsparteien hätten in der Vergangenheit maßgeblich zum rechtsstaatlichen Rahmen der sozialen Marktwirtschaft beigetragen und dem Ehrenamt stets große Bedeutung zugemessen. Naturschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stünden nicht im Widerspruch, sondern ergänzten sich. Eine intakte Umwelt bilde die Grundlage wirtschaftlichen Handelns und präge zugleich die Identität von Regionen.

Warnung vor Deregulierung

Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen äußert Rathke jedoch auch Kritik. Auf europäischer wie nationaler Ebene sei eine zunehmende Deregulierung zu beobachten. Eine Abschwächung von Umwelt-, Natur- und Klimaschutzinstrumenten könne langfristig Wirtschaft, Gesellschaft und Widerstandsfähigkeit gefährden. Ohne ausreichende Wasserressourcen lasse sich Ernährungssicherheit nicht gewährleisten, ohne Flussrenaturierung fehle wirksamer Hochwasserschutz.

Appell für eine langfristige Perspektive

Aus Sicht des NABU steht die Union nun vor einer Richtungsentscheidung. Mit klaren politischen Leitlinien könne sie den Rahmen für ein ökologisch verantwortungsvolles und zugleich wirtschaftlich starkes Deutschland setzen. Der Verband signalisiert Bereitschaft zum Dialog und zur Mitgestaltung einer Politik, die Natur, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam in den Blick nimmt.

Quelle: NABU

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