NABU: „Bitte keine Kröten töten“
Rücksicht auf wandernde Amphibien
(nabu 20.2.26) Sobald Schnee und Eis verschwinden und die Nächte milder werden, beginnt für viele Amphibien die wohl gefährlichste Zeit des Jahres. Kröten, Frösche und Molche verlassen ihre Winterquartiere und machen sich auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft Autofahrerinnen und Autofahrer deshalb zu besonderer Vorsicht auf.
Wenn die Nächte wärmer werden
Steigen die Temperaturen nachts mehrere Tage hintereinander über fünf Grad, setzt die Wanderung ein. Dann überqueren die Tiere auch Straßen, die ihre Lebensräume durchschneiden. Jahr für Jahr fallen dabei Tausende Amphibien dem Straßenverkehr zum Opfer.
Besonders eindrucksvoll ist die Reise der Erdkröten: Treffen Männchen und Weibchen bereits unterwegs aufeinander, klammert sich das Männchen an den Rücken des Weibchens und lässt sich huckepack bis zum Gewässer tragen. Dort legt das Weibchen eine mehrere Meter lange Laichschnur mit Tausenden Eiern ab, die vom Männchen befruchtet werden. Danach trennen sich ihre Wege wieder.
Tempo runter – Leben retten
Mit den angekündigten milden Temperaturen kann die Wanderung regional schon in den kommenden Nächten beginnen. Fällt das Thermometer erneut, verschiebt sich der Höhepunkt entsprechend.
An gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken gilt: Geschwindigkeit reduzieren. Maximal 30 Stundenkilometer können bereits einen großen Unterschied machen. Denn die Tiere sterben nicht nur direkt unter Reifen. Auch der Luftdruck schnell fahrender Fahrzeuge kann tödlich sein – innere Organe werden geschädigt, selbst wenn kein direkter Kontakt entsteht.
Angesichts stark rückläufiger Bestände zählt jedes gerettete Tier.
Ehrenamt im Einsatz
Entlang vieler Straßen engagieren sich seit Jahren freiwillige Helferinnen und Helfer. Sie errichten Fangzäune, sammeln die Tiere ein und tragen sie sicher über die Fahrbahn. Solche Einsätze finden häufig in der Dämmerung statt – genau dann, wenn auch der Berufsverkehr unterwegs ist. Umso wichtiger ist es, Warnschilder zu beachten und Tempolimits einzuhalten.
Informationen zum bundesweiten Wanderverlauf, zu Standorten von Schutzzäunen und zu Mitmachmöglichkeiten stellt der NABU online zur Verfügung. Wer sich engagieren möchte oder ungesicherte Wanderstrecken meldet, trägt aktiv zum Schutz der heimischen Amphibien bei.
Text: NABU
Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=193017
































