Schnecken im Garten natürlich bekämpfen – Diese Tipps helfen

Symbolfoto: Pixabay

Was gegen Schnecken im Garten hilft

(bund 9.3.26) Abgefressene Salatköpfe, angeknabberte Jungpflanzen und zerstörte Kräuter – besonders in regenreichen Phasen können Schnecken im Garten schnell zur Plage werden. Corinna Hölzel, Gartenexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt, wie sich Schnecken auch ohne den Einsatz von Giftmitteln in Schach halten lassen. Wichtig sei dabei vor allem eine gute Planung der Beete.

Jungpflanzen sind besonders gefährdet

In vielen Gärten tritt besonders häufig die spanische Wegschnecke auf. Diese invasive Art hat sich stark verbreitet und frisst zahlreiche Gemüse- und Pflanzenarten. Schnecken bevorzugen feuchte Bedingungen und gehen vor allem in den frühen Morgenstunden sowie am Abend auf Nahrungssuche.

Gerade junge Pflanzen werden dann schnell angefressen und können sich oft nicht weiterentwickeln. Schnecken sitzen häufig direkt auf den Blättern und fressen sich systematisch durch die Pflanze. Selbst ein ausgewachsener Salatkopf kann innerhalb einer einzigen Nacht vollständig aufgefressen werden.

Die richtige Beetplanung hilft

Bereits bei der Planung der Beete lässt sich das Risiko deutlich verringern. Einige Pflanzen stehen bei Schnecken weniger hoch im Kurs. Dazu zählen beispielsweise Rote Bete, Zwiebeln, Lauch, Mais, Tomaten oder Mangold. Sehr junge Pflanzen sollten dennoch geschützt werden.

Salat wird von Schnecken besonders gerne gefressen. Pflücksalate sind jedoch meist weniger betroffen als Eisberg- oder Kopfsalat. Für empfindliche Kulturen kann außerdem ein Hochbeet sinnvoll sein, da es für Schnecken schwerer zu erreichen ist. Zusätzlich können Schneckenzäune oder Schneckenkragen eingesetzt werden, vor allem bei jungen oder besonders gefährdeten Pflanzen.

Schnecken und Schneckeneier regelmäßig entfernen

Um die Schneckenpopulation frühzeitig einzudämmen, lohnt es sich auch, Schneckeneier zu entfernen. Diese sehen kleinen Schaumblasen ähnlich und befinden sich häufig an feuchten, dunklen Stellen. Typische Orte sind unter Brettern, Steinen oder umgedrehten Blumentöpfen, wo sich Feuchtigkeit sammelt.

Sind bereits viele Schnecken im Garten unterwegs, empfiehlt es sich, die Tiere regelmäßig von Hand abzusammeln. Am besten gelingt das am frühen Morgen oder am Abend, wenn sie aus ihren Verstecken kommen. Die eingesammelten Schnecken können anschließend in abgelegene Bereiche des Gartens oder auf den Kompost gebracht werden.

Schneckenkorn und Fallen vermeiden

Vom Einsatz von Schneckenkorn raten Fachleute ab. Viele Produkte sind für Haustiere und Wildtiere wie Igel giftig. Auch Schneckenkorn auf Eisenbasis, das als weniger gefährlich gilt, kann nützliche Schneckenarten töten. Dazu gehören etwa Weinbergschnecken, Gehäuseschnecken oder der Tigerschnegel, der wiederum die Eier der Wegschnecke frisst.

Auch selbst gebaute Schneckenfallen, zum Beispiel Bierfallen, sind keine gute Lösung. Die Tiere sterben darin qualvoll. Hausmittel wie Sägespäne, Kaffeesatz oder Haferflocken können zwar unterstützend wirken, ersetzen aber keine anderen Maßnahmen. Von Salz, Öl oder anderen aggressiven Stoffen sollte im Garten grundsätzlich Abstand genommen werden, da sie die Umwelt schädigen können.

Der richtige Zeitpunkt zum Gießen

Auch beim Gießen lässt sich einiges beachten. Am besten wird der Garten in den frühen Morgenstunden bewässert. Zu dieser Zeit ziehen sich Schnecken bereits in schattige Verstecke zurück.

Wird dagegen am Abend gegossen, kann die zusätzliche Feuchtigkeit die Tiere sogar anlocken. Zudem empfiehlt es sich, gezielt den Wurzelbereich der Pflanzen zu gießen statt die Blätter oder das gesamte Beet. Besser ist es außerdem, seltener, dafür aber intensiver zu gießen, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann.

Nützlinge im Garten fördern

Ein naturnaher Garten kann ebenfalls helfen, Schnecken in Schach zu halten. Viele Tiere ernähren sich von ihnen, darunter Molche, Eidechsen und Spitzmäuse sowie Insekten wie Laufkäfer, Glühwürmchen oder Moderkäfer.

Auch zahlreiche Vogelarten wie Drosseln, Stare, Krähen, Elstern oder der Hausrotschwanz fressen Schnecken. Wer diese natürlichen Helfer unterstützt, kann die Schneckenpopulation auf natürliche Weise reduzieren. Hilfreich sind beispielsweise Totholzstapel, Laubhaufen, Wasserstellen, dichte Hecken, Nistkästen, Komposthaufen oder kleine Steinmauern. Zudem sollte der Garten möglichst naturnah gestaltet und auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet werden.

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