Gartenschläfer erwachen bald aus dem Winterschlaf – BUND bittet um Rücksicht
Mit dem Frühlingsbeginn am 20. März startet für viele Tiere die aktive Zeit des Jahres
(bund 16.3.26) Für den Gartenschläfer endet der Winterschlaf jedoch oft erst deutlich später. Einige Tiere ruhen noch bis in den Mai hinein – obwohl draußen bereits die ersten Blumen blühen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ruft deshalb dazu auf, bei Gartenarbeiten besonders achtsam zu sein und die bedrohte Art zu schützen.
Vorsicht beim Reinigen von Nistkästen
Gartenschläfer nutzen gerne Nistkästen als Winterquartier – auch solche, die ursprünglich für Vögel gedacht sind. Werden diese im Frühjahr geöffnet, kann das für die Tiere problematisch sein: Sie werden aus dem Winterschlaf gerissen, verlieren wichtige Energiereserven und im schlimmsten Fall ihren Unterschlupf.
Empfohlen wird daher, Nistkästen möglichst bereits im Herbst zu reinigen. Wer sie im Frühjahr kontrolliert, sollte besonders vorsichtig vorgehen und Kästen bei Anzeichen einer Nutzung sofort wieder schließen.
Lebensraum in Gärten sichern
Der kleine Bilch mit der markanten „Zorro-Maske“ steht auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet. Ursachen sind vor allem Lebensraumverlust, Nahrungsmangel und der Einsatz von Giften.
Neben Wäldern spielen auch naturnahe Gärten eine wichtige Rolle als Lebensraum. Wer helfen möchte, kann gezielt Rückzugsorte schaffen – etwa durch dichtes Gebüsch, Steinhaufen oder Baumhöhlen. Auch spezielle Nistkästen mit rückseitigem Eingang sind sinnvoll.
Wichtig ist außerdem:
-
auf Pestizide und Rattengift verzichten
-
Gärten insektenfreundlich gestalten
-
Regentonnen abdecken, um ein Ertrinken zu verhindern
Sichtungen melden und Forschung unterstützen
In den kommenden Monaten lassen sich Gartenschläfer wieder häufiger beobachten. Der BUND bittet darum, Sichtungen zu melden, um mehr über die Verbreitung der Art zu erfahren. Seit 2017 wurden auf diese Weise bereits über 12.000 Beobachtungen gesammelt.
Diese Daten helfen, gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln und die Zukunft der Art zu sichern.
Hintergrund zur Art
Der Gartenschläfer gehört zur Familie der Bilche, zu der auch der Siebenschläfer zählt. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Art mehr als ein Drittel ihres ursprünglichen Lebensraums verloren.
Im Rahmen des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ wurden von 2018 bis 2024 erstmals umfassend Ursachen für den Rückgang untersucht und Schutzmaßnahmen entwickelt. Beteiligt waren neben dem BUND unter anderem die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
Ziel bleibt es, den kleinen nachtaktiven Nager langfristig besser zu schützen und seinen Lebensraum zu erhalten.
Text und Foto: BUND
Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=193682



























