Die Schwalben bringen den Frühling

Symbolfoto: Pixabay

Rauchschwalben bereits im Anflug

(nabu 31.3.26) Es wird unaufhaltsam Frühling, die Vögel zwitschern es von den Dächern. Zu Amsel, Star, Girlitz und Hausrotschwanz gesellen sich bald auch wieder die Schwalben. Leider haben deren Bestände deutlich abgenommen, was neben Nahrungsmangel vor allem an fehlenden Nistmöglichkeiten liegt. Der NABU bittet deshalb Haus- und Stallbesitzer*innen, Schwalben mit Lehmpfützen, Nistbrettchen oder Kunstnestern zu helfen.

Aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara kommen die ersten Rauchschwalben gerade in Deutschland an, die Mehlschwalben folgen im Abstand von etwa zwei Wochen. Bis auch die Nachzügler eintreffen, wird es Anfang Mai werden. Für Hilfsmaßnahmen ist es also nicht zu spät. Wer sein Engagement sichtbar machen möchte, kann sich beim NABU um die wetterfeste Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben.

„Rauch- und Mehlschwalben waren jahrhundertelang ganz selbstverständliche Mitbewohner in unseren Dörfern und Städten. Heute sind sie leider gefährdet“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Während sich die Rauchschwalbe zuletzt etwas stabilisiert hat, ging die Zahl der Mehlschwalben innerhalb von 40 Jahren um fast die Hälfte zurück.“

Rauchschwalben nisten in Ställen, Scheunen und Garagen, wo sie über offene Fenster, Türen oder Einflugöffnungen durchgehend Zugang benötigen. Mehlschwalben bevorzugen dagegen Außenwände. Die ursprünglichen Felsenbrüter bauen als Kulturfolger ihre geschlossenen Lehmnester unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen. Manchmal zum Ärger der Hausbewohner*innen, denn es fällt auch Kot von den Jungvögeln an. Mit einem einfachen, unterhalb der Nester angebrachtem Brett lässt sich dieser aber auffangen. „Wer mit einer Lehmpfütze Baumaterial zur Verfügung stellen will, sollte darauf achten, dass die Lehmpfütze nicht mehr als 300 Meter vom Niststandort entfernt ist. Und ganz wichtig: Katzen dürfen keine Deckung finden“, ergänzt Rümmler.


Zusatzinformationen:

  • Rauch- und Mehlschwalbe sind unsere beiden häufigsten Schwalbenarten, die Rauchschwalbe zwischen 530.000 und einer Million Brutpaare schwankend (Zeitraum 2017 bis 2022), die Mehlschwalbe mit 415.000 bis 770.000 Paaren. Mit 105.000 bis 165.000 Paaren deutlich seltener ist die Uferschwalbe, sie gräbt ihre Nisthöhlen in Sandwände von Flussufern und Sandgruben. Dazu kommt die in Deutschland auf den äußersten Süden beschränkte Felsenschwalbe mit lediglich 90 bis 110 Paaren. Den Schwalben ähnlich, aber nicht verwandt, sind die Segler. Die Mauersegler (235.000 bis 435.000 Paare) kehren Anfang Mai zurück, der Alpensegler kommt mit 390 bis 600 Paaren bei uns nur in Baden-Württemberg vor.
  • Bei der NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ wurden seit 2017 schon 14.000 Plaketten vergeben. Weitere Informationen zum Schwalbenschutz samt Bauanleitungen und Bezugsquellen sowie ein Onlineformular für die Plakette gibt es unter www.NABU.de/Schwalbenhaus.
  • Schwalben, Segler und ihr Nachwuchs leben ganzjährig von Insekten, die sie im Flug vor allem über Gewässern, über Wiesen und in den Siedlungen fangen. Neben Nisthilfen sind daher insektenreiche Lebensräume der beste Schwalbenschutz. Tipps zu Insekten im Garten gibt es unter www.NABU.de/Insektengarten.
  • Wie es den Schwalben und anderen Vogelarten der Dörfer und Städte geht, untersucht die „Stunde der Gartenvögel“. Dabei werden eine Stunde lang die Vögel in Gärten und Parks gezählt. Im Vorjahr nahmen 58.000 Menschen teil. Die bereits 22. Auflage dieser NABU-Mitmachaktion findet vom 8. bis 10. Mai statt. Info: www.stundedergartenvoegel.de.

Quelle: Nabu

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