40 Jahre Tschernobyl: Kritik an neuen Atomprojekten in Europa

Mahnung zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe

(bund 24.4.26) Zum 40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die ukrainische Organisation Ecoaction erneut vor den Risiken der Atomkraft gewarnt.

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine zu einer Explosion. In der Folge verloren mehr als 300.000 Menschen ihre Heimat, viele wurden verstrahlt, zahlreiche starben.

Kritik an politischer Debatte über Atomkraft

BUND-Vorsitzender Olaf Bandt bezeichnete die Diskussion über neue Atomprojekte als unverständlich angesichts der bekannten Risiken. Auch Jahrzehnte nach der Katastrophe seien die Folgen weiterhin spürbar.

Der Verband betont, dass es aus seiner Sicht keine sicheren oder wirtschaftlich sinnvollen Atomreaktoren gebe und ein Wiedereinstieg in die Atomkraft nicht realistisch sei.

Erneuerbare Energien im Fokus

Nach Angaben des BUND ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – von etwa 12 Prozent vor rund zwei Jahrzehnten auf inzwischen rund 60 Prozent. Neue Atomprojekte würden den weiteren Ausbau behindern und finanzielle Mittel binden.

Kritisch gesehen wird auch die geplante Erweiterung einer Brennelementefabrik in Lingen, an der ein französischer Betreiber gemeinsam mit dem russischen Staatskonzern Rosatom beteiligt sein soll.

Blick in die Ukraine

Die Organisation Ecoaction verweist zudem auf aktuelle Entwicklungen in der Ukraine. So sei das Atomkraftwerk Kernkraftwerk Saporischschja weiterhin von russischen Truppen besetzt.

Geschäftsführer Olexi Pasyuk schildert persönliche Erinnerungen an die Katastrophe von Tschernobyl und weist auf die langfristigen gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen hin.

Forderung nach Ende der Atomdebatte

Gemeinsam mit mehr als 30 Organisationen spricht sich der BUND gegen eine Rückkehr zur Atomkraft aus. Aus Sicht des Bündnisses handelt es sich dabei um eine überholte Technologie mit erheblichen Risiken für Mensch und Umwelt.

Quelle: BUND

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