Ein seltenes Brummen in der Nacht: „Walker“ gesichtet
Der geheimnisvolle Besucher der warmen Sommernacht
(mar 24.6.26) Ein heißer Sommertag lag über die Region. Erst in den späten Abendstunden wurde die Luft etwas angenehmer – der perfekte Zeitpunkt für einen Spaziergang. Gegen 22.30 Uhr sorgte dann eine überraschende Begegnung für einen besonderen Moment: Ein Walker, auch als Türkischer Maikäfer (Polyphylla fullo) bekannt, tauchte im Licht der Nacht auf.
Mit seiner Größe von bis zu vier Zentimetern, dem dunklen Panzer und den auffälligen weißen Zeichnungen wirkt der Käfer fast wie ein Besucher aus einer anderen Klimazone. Tatsächlich stammt sein Verbreitungsschwerpunkt aus warmen, trockenen Regionen Süd- und Mitteleuropas, Nordafrikas und Westasiens. Seinen deutschen Namen „Türkischer Maikäfer“ verdankt er seiner südlichen Herkunft – auch wenn er längst nicht nur in der Türkei vorkommt.
Ein Liebhaber von Wärme und Sand
Der Walker braucht genau das, was die Rhein-Neckar-Region ihm bietet: viel Sonne, warme Sommer und lockere, sandige Böden. Besonders die Oberrheinebene mit ihren trockenen Standorten gehört seit jeher zu seinen geeigneten Lebensräumen. Nußloch und seine Umgebung liegen damit in einer Landschaft, in der der außergewöhnliche Käfer durchaus vorkommen kann – auch wenn Sichtungen selten bleiben.
Lange im Verborgenen – nur ein kurzer Auftritt in der Nacht
Die meiste Zeit seines Lebens bleibt der Walker unsichtbar. Als Engerling verbringt er drei bis vier Jahre unter der Erde, bevor er sich zum fertigen Käfer entwickelt. Seine Bühne sind nur wenige Sommerwochen, in denen er in den Abend- und Nachtstunden auf Partnersuche geht. Vor allem die Männchen sind dabei erstaunliche Flieger und können mithilfe ihrer großen Fächerfühler die Duftstoffe der Weibchen aus weiter Entfernung wahrnehmen.
Wenn die Sommer heißer werden
Die Frage, ob der Klimawandel dem Walker in die Karten spielt, beschäftigt auch Naturforscher. Wärmere und trockenere Sommer können wärmeliebenden Arten grundsätzlich neue Lebensräume erschließen oder bestehende Vorkommen begünstigen. Gleichzeitig sind die Zusammenhänge komplex: Entscheidend bleiben geeignete Sandflächen, Rückzugsräume und ein intakter Lebensraum.
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