Ausgesetzter Kater vor Tierheim entdeckt: Tierschützer appellieren an Tierhalter

Verängstigter Fund vor dem Tierheim

(ttt 15.7.26) Mit einem ungewöhnlichen und zugleich bedrückenden Fund begann der Samstagmorgen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tom-Tatze-Tierheims in Walldorf. Vor dem Eingang entdeckten sie eine Transportbox, in der ein verunsicherter und verängstigter Kater saß. Neben dem Tier lagen ein Brief sowie 300 Euro Bargeld.

Bei der ersten Untersuchung stellte sich heraus, dass der Kater eine frisch operierte Bauchnarbe aufweist. Für die Mitarbeitenden deutet dies darauf hin, dass das Tier bis zuletzt medizinisch versorgt wurde und offenbar nicht lange auf sich allein gestellt war. Umso größer ist die Frage, warum der Besitzer nicht den direkten Kontakt zum Tierheim gesucht hat.

Gespräch hätte dem Tier viel erspart

Aus Sicht des Tierheims wäre ein persönliches Gespräch über die Situation des Halters und die Zukunft des Katers der deutlich bessere Weg gewesen. Die Mitarbeitenden betonen, dass die Abgabe eines Haustieres zwar oft mit schwierigen Umständen verbunden sei, ein offener Umgang damit jedoch dem Wohl des Tieres diene.

Der zurückgelassene Geldbetrag ändere nichts an der Belastung für das Tier. Stattdessen müsse der Kater nun zunächst weitere Untersuchungen und tierärztliche Kontrollen über sich ergehen lassen, bevor überhaupt an eine Vermittlung gedacht werden könne. Noch unklar ist unter anderem, welche Behandlung hinter der frischen Operationsnarbe steckt.

Im Tierheim soll der Kater nun zunächst zur Ruhe kommen und sich an seine neue Umgebung gewöhnen.

Tierheim erinnert an gesetzliche Folgen

Der aktuelle Fall nimmt das Tom-Tatze-Tierheim zum Anlass, erneut auf die rechtlichen Konsequenzen des Aussetzens von Haustieren hinzuweisen. Wer ein Tier aussetzt oder zurücklässt, handelt ordnungswidrig beziehungsweise strafbar. Nach dem Tierschutzgesetz können dafür empfindliche Geldbußen von bis zu 25.000 Euro sowie in schweren Fällen Freiheitsstrafen verhängt werden.

Die Mitarbeitenden richten deshalb einen eindringlichen Appell an Tierhalterinnen und Tierhalter: Wer sich nicht mehr um sein Tier kümmern kann, sollte den Mut haben, Hilfe zu suchen und die Situation offen anzusprechen. Die Abgabe eines Haustieres sei oft schmerzhaft, doch ein verantwortungsvoller Umgang damit erspare den Tieren unnötigen Stress und Leid.

„Stehen Sie zu Ihrer Entscheidung – das sind Sie Ihrem Familienmitglied schuldig“, lautet die Botschaft des Tierheims stellvertretend für viele Tiere, die Jahr für Jahr ausgesetzt werden.

nussloch-lokal.de Nussloch Lokal - Zeitung - Onlinezeitung

Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=196526

Kommentare sind deaktiviert.

Werbung

Foto-Galerie

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes