Winterreifen: Vier Millimeter können entscheidend sein

Symbolfoto: Pixabay

ADAC Studie untersucht, ab welcher Profiltiefe Winterreifen gewechselt werden sollten

(adac 9.9.26) Bis zu einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern dürfen Winterreifen in Deutschland gefahren werden. Darunter müssen sie gesetzlich ausgetauscht werden. Doch wie sicher sind Reifen tatsächlich, wenn sie sich dieser Grenze nähern? Der ADAC hat untersucht, ab welcher Profiltiefe die Fahrleistungen deutlich nachlassen.

Für die Studie wurden fünf Winterreifen verschiedener Hersteller und Preisklassen mit einer speziellen Maschine auf zwei und vier Millimeter Restprofil abgetragen. Anschließend mussten die Reifen Handling- und Bremsversuche auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn absolvieren.

Zwischen vier und zwei Millimetern nimmt die Leistung deutlich ab

Die Ergebnisse zeigen ein weitgehend einheitliches Bild. Bis zu einer Restprofiltiefe von vier Millimetern verlieren Winterreifen zwar in vielen Bereichen an Leistung. Aus technischer Sicht bleibt dieser Verlust jedoch noch vertretbar.

Deutlich anders sieht es zwischen vier und zwei Millimetern aus: In diesem Bereich fällt die Leistung wesentlich stärker ab. Damit kann ein Reifen schnell zu einem Sicherheitsrisiko werden. Besonders problematisch ist Aquaplaning.

Aquaplaning wird zum Problem

Als Vergleichsgrundlage diente die Fahrsicherheitsbewertung aus dem ADAC-Reifentest. Beim längs verlaufenden Aquaplaning betrug der durchschnittliche Leistungsverlust zwischen einem neuen Reifen und einem Reifen mit vier Millimetern Profil zwölf Prozent. Bei zwei Millimetern Restprofil stieg der Verlust auf durchschnittlich 22 Prozent.

Noch deutlicher fällt der Unterschied beim quer verlaufenden Aquaplaning aus, wie es beispielsweise in Kurven auftreten kann. Hier lag der durchschnittliche Leistungsverlust bei 25 Prozent.

In der Praxis bedeutet das: Reifen mit nur noch zwei Millimetern Profil können bereits bei deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten aufschwimmen. Dadurch kann der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren.

Auch auf Schnee zeigen sich deutliche Unterschiede. Beim Bremsen lag der Bewertungsverlust zwischen einem Neureifen und einem Reifen mit zwei Millimetern Restprofil bei 20 Prozent.

Beispiel zeigt den Unterschied beim Bremsen

Wie stark sich der Leistungsabfall im Alltag bemerkbar machen kann, zeigt der ADAC am Beispiel eines Bridgestone-Reifens. Bei einer Bremsung auf Schnee aus 30 km/h bis zum Stillstand hätte der Reifen mit zwei Millimetern Profil zu diesem Zeitpunkt gerade etwas mehr als die Hälfte der Geschwindigkeit abgebaut. Der gleiche Reifen im Neuzustand wäre dagegen bereits zum Stillstand gekommen.

ADAC empfiehlt Wechsel bei vier Millimetern

Die Entwicklung zeigt sich laut ADAC in nahezu allen untersuchten Kategorien. Deshalb empfiehlt der Automobilclub, Winterreifen bereits bei einer Restprofiltiefe von vier Millimetern auszutauschen.

Wie stark der Leistungsverlust ausfällt, kann zwar je nach Hersteller und Reifen variieren. Das grundlegende Muster zeigt sich jedoch bei nahezu allen untersuchten Reifen: In einigen Kategorien ist der Leistungsverlust zwischen Neuzustand und vier Millimetern ähnlich groß wie zwischen vier und zwei Millimetern.

Der Abbau der Leistung wird bei geringer werdender Profiltiefe somit teilweise sehr plötzlich stärker. Ein Reifen, der im Neuzustand noch gut bewertet wurde, kann kurz vor Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe deutlich an Sicherheit verlieren.

Auch ein hochwertiger Premiumreifen kann eine fehlende Profiltiefe nicht ausgleichen.

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