Sechs Steinkäuze in der Region ausgewildert

Der Steinkauz gehört zu den kleinsten heimischen Eulenarten. (Foto: BUND Dossenheim)

Erfolgreicher Artenschutz vor unserer Haustür

(zoo 1.10.26) Der Zoo Heidelberg und der BUND Dossenheim haben vor Kurzem gemeinsam sechs junge Steinkäuze in der Region ausgewildert. Zum Einsatz kam dabei die sogenannte Soft-Release-Methode.

Die Jungvögel wurden zunächst für drei Tage in kleinen Volieren untergebracht, die direkt an geeigneten Nisthilfen angebracht waren. Dort wurden die Tiere mit Futter versorgt. Anschließend wurden die Volieren geöffnet und die Steinkäuze freigelassen.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Vögel die Nisthilfe bereits als sicheren Ort kennen und sie häufig auch nach der Freilassung weiter nutzen. Dadurch soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass die Tiere im vorgesehenen Gebiet bleiben und dort ein neues Revier besetzen.

Jungvögel aus Heidelberg und Innsbruck

Joshua Förg vom Zoo Heidelberg freut sich über die Bruterfolge. (Foto: BUND Dossenheim)

Vier der ausgewilderten Steinkäuze sind im Zoo Heidelberg geschlüpft und aufgewachsen. Zwei weitere Tiere stammen aus dem Alpenzoo Innsbruck.

Joshua Förg, Kurator im Zoo Heidelberg, sieht in dem Alpenzoo einen neuen Partner für das Projekt „Gemeinsam für den Steinkauz“. Die beiden Tiere aus Innsbruck sollen dabei zur genetischen Vielfalt der Population beitragen.

Die sechs Jungvögel wurden an fünf Standorten in Leimen, Reilingen und Heidelberg ausgewildert. An einem Standort wurden probeweise ein Männchen aus Innsbruck und ein Weibchen aus Heidelberg in zwei wenige Meter voneinander entfernten Minivolieren untergebracht. Nun soll beobachtet werden, ob sich dort im kommenden Jahr ein neues Revierpaar etabliert.

Soft-Release zeigt Wirkung

Bevor die Steinkäuze ausgewildert werden, werden sie beringt. (Foto: BUND Dossenheim)

Wie erfolgreich die Methode sein kann, zeigte sich bereits an einem anderen Standort. Dort waren zuvor keine Steinkäuze nachgewiesen worden. 2024 wurde dort ein Vogel per Soft-Release vom Zoo Heidelberg und dem BUND Dossenheim ausgewildert. 2025 konnte an dem Standort ein unberingtes Weibchen beobachtet werden. 2026 kam es schließlich zu einer erfolgreichen Brut mit sieben Jungvögeln.

90 Jungvögel im Jahr 2026

Auch insgesamt war 2026 für das Artenschutzprojekt „Gemeinsam für den Steinkauz“ das bislang erfolgreichste Brutjahr. Im Projektgebiet zwischen Hemsbach-Laudenbach und Reilingen wurden insgesamt 90 Jungvögel dokumentiert.

Die Zahl der Brutpaare stieg ebenfalls. Nach 17 Brutpaaren im Vorjahr wurden 2026 nun 22 Brut- beziehungsweise 23 Revierpaare gezählt. Damit setzte sich der seit dem Projektstart im Jahr 2020 beobachtete positive Bestandstrend fort. Damals war in der gesamten Großregion nur noch ein bekanntes Brutpaar dokumentiert.

Die inzwischen 22 Brutpaare verteilen sich auf zehn Gemarkungen, darunter Ladenburg, Weinheim und Heidelberg.

Der Zoo Heidelberg und der BUND Dossenheim sehen die Entwicklung als Ergebnis der gemeinsamen Artenschutzarbeit. Die Projektpartner blicken nach der erfolgreichen Brutsaison 2026 auf die weitere Entwicklung der Steinkauzpopulation in der Region.

Text und Foto: Zoo Heidelberg / BUND Dossenheim

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