Nachwuchs bei den Weißscheitelmangaben im Zoo Heidelberg
Weibliches Jungtier im September geboren
(zoo 22.10.26) Im Zoo Heidelberg wurde Mitte September ein weibliches Jungtier bei den Weißscheitelmangaben geboren. Die Mutter zieht bereits zum dritten Mal Nachwuchs groß und kümmert sich aufmerksam um ihr Jungtier. Die Geburt ist auch für den Artenschutz von Bedeutung, denn Weißscheitelmangaben gehören zu den seltensten und am stärksten bedrohten Affenarten Westafrikas.
„Da es bereits ihr drittes Junges ist, meistert die Mutter die Aufzucht sehr souverän. Der Nachwuchs entwickelt sich bislang altersgerecht und macht einen rundum gesunden Eindruck“, berichtet Kuratorin Sandra Reichler.
Noch verbringt das junge Weibchen die meiste Zeit dicht bei seiner Mutter. Besucherinnen und Besucher können die beiden bereits auf der Anlage beobachten. In den kommenden Monaten wird das Jungtier zunehmend selbstständiger werden und beginnen, seine Umgebung eigenständig zu erkunden.
Bedrohter Primat aus Westafrika
Weißscheitelmangaben gehören zu den am stärksten bedrohten Primaten Afrikas. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die Regenwälder Ghanas und der Elfenbeinküste und reicht vereinzelt bis nach Burkina Faso. Zu den größten Gefahren für die Tiere zählen die Zerstörung ihres Lebensraums und die Jagd. In vielen Regionen sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Zoo Heidelberg engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für den Artenschutz
Der Zoo Heidelberg engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für den Schutz der Weißscheitelmangaben. Auf Initiative des Zoos wurde Anfang 2001 die Artenschutzorganisation WAPCA (West African Primate Conservation Action) gegründet.
Unter Heidelberger Führung haben sich zahlreiche europäische Zoos und Naturschutzorganisationen zusammengeschlossen, um Weißscheitelmangaben, Roloway-Meerkatzen und ihre Lebensräume zu schützen.
WAPCA-Projekte zum Schutz bedrohter Affen
Die Projekte von WAPCA umfassen verschiedene Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Primaten und ihrer Lebensräume. Dazu gehören Tierzählungen und wissenschaftliche Forschung, die Ausbildung von Wildhütern sowie die Einrichtung neuer Schutzgebiete.
Darüber hinaus informiert die Organisation die lokale Bevölkerung über Schutzmaßnahmen und betreibt eine Auffang- und Zuchtstation für beschlagnahmte Affen. Ziel ist es, die westafrikanischen Regenwälder langfristig zu erhalten und den bedrohten Primaten eine Zukunft zu ermöglichen.
Aktuell arbeitet WAPCA an Forschungsprojekten, die die Grundlage für mögliche Wiederansiedlungen von Weißscheitelmangaben schaffen sollen.
Jungtier als Beitrag zum Erhalt der Art
„Jedes Jungtier trägt dazu bei, eine genetisch vielfältige Reservepopulation zu erhalten und ist ein Erfolg für den Artenschutz“, erklärt Kuratorin Sandra Reichler.
Der Zoo Heidelberg hält Weißscheitelmangaben seit 2019 und beteiligt sich am Erhaltungszuchtprogramm für die bedrohte Tierart. Die Geburt des weiblichen Jungtiers ist ein weiterer Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Primatenart.
Text und Foto: Zoo Heidelberg
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