Käse, Kaminfeuer, Kuhglocken: Die Baracca Swiss läutet ihren fünften Winter in Leimen ein
(eme 6.11.26) Wer im November an der Adam-Müller-Straße in Leimen vorbeifährt, kann einen Duft von geschmolzenem Käse in der Luft erwischen. Die Baracca Swiss hat wieder geöffnet, die Schweizer Holzhütte auf dem Gelände des Weinguts Adam Müller. Für die Leute aus Nußloch liegt sie fast vor der Haustür.
Ein Stück Graubünden zwischen Weinbergen und Landstraße hätte sich vor ein paar Jahren wohl kaum jemand vorstellen können. Inzwischen gehört es für viele zum Winter dazu. Die Hütte ist ein saisonales Pop-up-Restaurant und öffnet jedes Jahr von Anfang November bis Mitte März. Bevor sie 2022 auf das Weingut am Leimener Stadtrand kam, stand sie übrigens auf dem Heidelberger Bismarckplatz. Jetzt beginnt also der fünfte Leimener Winter. Ein Strohfeuer war das nicht.
Gefeiert wurde der Start in kleinerem Kreis. Nathalie und Matthias Müller hatten am vergangenen Freitag rund 80 Gäste eingeladen. Unter ihnen waren Leimens Oberbürgermeister John Ehret und Landrat Manuel Just, der erst seit Kurzem im Amt ist und seine Frau mitbrachte. Es gab Gespräche, ein Akkordeon spielte, und die Gläser klirrten. So stellt man sich einen Hüttenabend vor. Den Auftakt machte eine Kürbissuppe, serviert aus Milchkannen. Diese Idee fand ich ziemlich charmant.
Danach wurde es ernst, zumindest auf Fondue-Art. Neben dem klassischen Käsefondue mit Brotwürfeln steht das Fondue Chinoise auf der Karte. Dabei gart jeder seine Fleischstücke selbst in heißer Brühe, dazu gibt es kleine Kartoffeln und hausgemachte Saucen. Wer erst einmal ankommen will, bestellt das Schwyzer Plättli mit Bündnerfleisch, Hirschwurst und Bergkäse aus Samnaun. Zum Nachtisch locken Engadiner Nusstorte und ein warmes Schokoladensoufflé. Getrunken werden natürlich die Weine des Gastgebers. An diesem Abend war aber auch frisch gezapftes Bier sehr gefragt.
Die alpine Stimmung ist kein bloßes Kulissenspiel. Von Anfang an arbeitet die Baracca mit der Ferienregion Engadin Samnaun Val Müstair zusammen. Deren Tourismusmanager Bernhard Aeschbacher war extra zur Eröffnung angereist und erzählte von seiner Heimat. Danach hätte man am liebsten gleich die Skier aus dem Keller geholt.
Drinnen gibt es Holz, Felle und offenes Feuer. Eine kleine Seilbahn dreht über den Köpfen ihre Runden. Neu sind in diesem Jahr drei schwere Kuhglocken, die man kaum übersehen kann. Draußen geht es weiter: Auf den Bahnen kann man Eisstock schießen. Kleinere Gruppen können sich in ausgediente Seilbahngondeln oder in eines der zwei Iglus zurückziehen. Ob man in einer Gondel besser isst als am Tisch, muss jeder selbst herausfinden. Ein Erlebnis ist es auf jeden Fall.
Leicht unterschätzt wird, wie viel Arbeit hinter alldem steckt. Hütte, Außenbereich und unzählige Dekostücke müssen jedes Jahr neu aufgebaut werden, damit alles pünktlich zum Saisonstart fertig ist. Dass das Ergebnis so selbstverständlich wirkt, als hätte die Hütte schon immer dort gestanden, spricht für das Team.
Ganz spontan sollte man trotzdem nicht vorbeischauen. In früheren Jahren war der Dezember oft schon im Herbst ausgebucht. Reserviert wird online unter www.baracca-swiss.de, und pro Person ist eine Anzahlung von 20 Euro fällig, die am Abend verrechnet wird. Wichtig: Bezahlt wird nur bar oder mit EC-Karte, Kreditkarten werden nicht angenommen. Wer Wein und Fondue zusammen erleben will, kann sich zwei Termine notieren. Am 8. Januar und am 19. Februar gibt es Fondueabende mit kulinarischer Weinprobe, bei denen die Familie Müller selbst durch den Abend führt.
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