ADAC untersucht Schadstoffe in Neuwagen: Vor allem junge Fahrzeuge betroffen

Symbolfoto: Pixabay

ADAC untersucht Schadstoffe in Neuwagen

(adac 13.5.26) Der typische Geruch eines Neuwagens wirkt auf viele Autofahrer angenehm – tatsächlich kann er jedoch auf ausdünstende Chemikalien im Fahrzeuginnenraum hinweisen. Der ADAC hat gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik verschiedene Neuwagen untersucht und dabei festgestellt: Besonders junge Fahrzeuge geben verstärkt Schadstoffe aus Kunststoffen, Klebern und anderen Materialien an die Innenraumluft ab.

Schadstoffwerte abhängig vom Fahrzeugalter

Für die Untersuchung wurden mehrere Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller in einer speziellen Messkammer getestet. Dabei analysierten die Experten unter anderem die Konzentration sogenannter flüchtiger organischer Verbindungen (TVOC), die als wichtiger Indikator für die Luftqualität im Innenraum gelten. Zu diesen Stoffen zählen unter anderem potenziell gesundheitsschädliche Chemikalien wie Formaldehyd, Benzol oder Xyole.

Untersucht wurden unter anderem ein Hyundai Kona Hybrid, ein Dacia Spring, ein BYD Seal 6 Touring sowie zwei VW Golf eTSI unterschiedlichen Alters. Das Ergebnis: Je jünger das Fahrzeug, desto höher fiel die Schadstoffbelastung aus. Besonders deutlich zeigte sich dies beim erst rund einen Monat alten VW Golf. Dort lag die Konzentration der Kohlenwasserstoffe mehr als fünfmal höher als bei einem vergleichbaren Modell, das bereits etwa 200 Tage alt war.

Hohe Temperaturen verstärken die Belastung

Alle getesteten Fahrzeuge lagen bei normalen Temperaturen zwar unterhalb kritischer Werte, dennoch überschritten die TVOC-Werte teilweise die Referenzwerte des Umweltbundesamtes. Problematisch wird es vor allem bei starker Hitze. In der Untersuchung wurden die Fahrzeuge zusätzlich aufgeheizt, um Bedingungen wie bei direkter Sonneneinstrahlung zu simulieren. Dabei stiegen die Schadstoffwerte deutlich an.

Besonders hohe Belastungen wurden erneut beim jüngeren VW Golf festgestellt. Positiv fiel jedoch auf, dass das Einschalten der Lüftung die Konzentration der Schadstoffe im Innenraum spürbar senken konnte.

Lüften vor Fahrtantritt empfohlen

Der ADAC empfiehlt insbesondere Besitzern von Neuwagen, den Innenraum vor Fahrtbeginn gründlich durchzulüften – vor allem nach längerer Standzeit in der Sonne. Dadurch lasse sich die Belastung durch ausgedünstete Stoffe deutlich reduzieren.

Sollte auch nach mehreren Wochen noch ein ungewöhnlich starker Geruch im Fahrzeug wahrnehmbar sein, rät der Automobilclub dazu, den Mangel schriftlich beim Händler zu reklamieren.

Herstellungsdatum oft älter als Erstzulassung

Wer das tatsächliche Alter seines Fahrzeugs nachvollziehen möchte, sollte laut ADAC einen Blick in das sogenannte COC-Papier werfen. Dort ist das Datum der Endabnahme im Werk vermerkt. Die Erstzulassung im Fahrzeugschein könne dagegen mehrere Monate später erfolgt sein – etwa durch längere Lagerzeiten beim Händler.

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