Altersvorsorge: Wie versteckte Kosten Ihre Rente schmälern
Das Problem: Hohe Gebühren fressen die Rendite
Die gesetzliche Rente reicht für viele Menschen nicht mehr aus – im Juli 2025 bezogen laut Statistischem Bundesamt bereits 742.000 Rentner eine Grundsicherung. Eine private Zusatzvorsorge ist daher oft unverzichtbar. Doch ob Lebensversicherung, Riester oder Rürup: Hohe Verwaltungskosten und Provisionen sorgen häufig dafür, dass am Ende kaum Rendite bei den Sparern ankommt. Während Banken, Versicherungen und Vermittler kräftig verdienen, bleibt das Vermögen der Kunden oft hinter den Erwartungen zurück.
Intransparente Kostenstrukturen unter der Lupe
Verbraucherschützer kritisieren vor allem die mangelnde Transparenz. Viele Versicherte wissen nicht, dass Gebühren oft bis zum Renteneintritt anfallen. Zu den Belastungen gehören:
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Abschlusskosten: Einmalige Gebühren zu Vertragsbeginn.
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Laufende Verwaltung: Kosten für jede Einzahlung und das verwaltete Vermögen.
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Dynamik-Kosten: Zusätzliche Gebühren bei automatischen Beitragserhöhungen.
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Fondskosten: Bei fondsgebundenen Verträgen fallen weitere Managementgebühren an.
Diese Kosten können sich über die Jahrzehnte auf mehrere zehntausend Euro summieren.
Was Sie jetzt tun können: Tipps der Experten
Damit Ihre Altersvorsorge nicht zur Kostenfalle wird, raten Finanzfachleute und Verbraucherzentralen zu folgenden Schritten:
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Verträge prüfen: Lassen Sie bestehende Policen auf ihre Gesamtkosten hin untersuchen. Unabhängige Beratungen (z. B. bei Verbraucherzentralen für ca. 190 Euro) können langfristig viel Geld sparen.
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Stilllegen statt Kündigen: Eine Kündigung ist oft mit hohen Verlusten verbunden. Manchmal ist es sinnvoller, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.
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Günstige Alternativen nutzen: Investitionen in Aktienindex-ETFs (Exchange Traded Funds) bieten sehr geringe Gebührenstrukturen und eine historisch gute Renditeentwicklung für die langfristige Sicherung.
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Honorarberatung suchen: Unabhängige Honorarberater verkaufen keine provisionsgebundenen Produkte, sondern werden direkt für ihre Beratung bezahlt, was Interessenkonflikte minimiert.
Blick über die Grenze: Provisionsverbot als Vorbild?
In Ländern wie den Niederlanden oder Großbritannien gilt bereits ein verbraucherfreundliches Provisionsverbot. Eine Studie der Universität Regensburg aus dem Jahr 2023 belegt den Erfolg: Rentner in diesen Ländern verfügen teilweise über 40 Prozent mehr Vermögen, da sie lediglich einmalige Honorare statt lebenslanger Provisionen zahlen. In Deutschland konnte sich die Politik bisher nicht einmal auf eine Deckelung der Provisionen einigen – Experten sehen hier einen starken Einfluss der Versicherungslobby.
Quelle: SWR
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