Barrierefreiheit im Straßenverkehr für echte Teilhabe
Mehr Barrierefreiheit in Nußloch: Kleine Details mit großer Wirkung
(Aus dem Rathaus 12.3.26) Was in der Walldorfstraße zunächst wie eine gewöhnliche Baustelle wirkt, steht tatsächlich für einen wichtigen Schritt hin zu mehr Teilhabe im Alltag. In Nußloch werden an immer mehr Stellen Maßnahmen umgesetzt, die Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen ein selbstständigeres und sichereres Fortbewegen ermöglichen.
Der „Bordstein-Mix“ für mehr Sicherheit
Ein zentrales Element ist der sogenannte „Bordstein-Mix“. Dabei wird der Bordstein abschnittsweise unterschiedlich gestaltet: An einer Stelle ist er vollständig abgesenkt (Nullabsenkung), sodass Rollatoren, Kinderwagen oder Einkaufstrolleys problemlos die Fahrbahn queren können. Direkt daneben bleibt eine etwa drei Zentimeter hohe Kante bestehen.
Diese kleine Stufe erfüllt eine wichtige Funktion: Für blinde und sehbehinderte Menschen dient sie als tastbare Orientierungshilfe. Mit dem Langstock ist spürbar, wo der sichere Gehweg endet und die Fahrbahn beginnt – eine klare, verlässliche Abgrenzung.
Taktile Bodensysteme als Leitsystem
Ergänzt werden diese Übergänge durch sogenannte taktile Bodensysteme. Die im Boden eingelassenen Noppen- und Rillenplatten sind keineswegs dekorativ, sondern übernehmen eine wichtige Leitfunktion.
Noppenplatten signalisieren besondere Aufmerksamkeit, etwa vor Querungen oder Gefahrenstellen. Längsrillen zeigen die Laufrichtung an und führen wie ein taktiles Leitsystem durch den öffentlichen Raum. Blinde Menschen ertasten diese Strukturen mit dem Stock oder nehmen sie über die Fußsohlen wahr.
Barrierefreie Bushaltestellen und Signaltechnik
In Nußloch finden sich diese Systeme inzwischen nicht nur an Kreuzungen, sondern auch an barrierefrei umgestalteten Bushaltestellen. Dort sorgen Noppen- und Rillenplatten dafür, dass der Einstiegsbereich klar erkennbar ist und niemand unbeabsichtigt zu nah an die Fahrbahn gerät.
In Kombination mit modernen Signalampeln entsteht so ein Sicherheitsnetz, das unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird.
Ziel: Selbstständige Mobilität für alle
Von den Maßnahmen profitieren nicht nur blinde oder sehbehinderte Menschen. Auch Seniorinnen und Senioren mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität gewinnen mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit im Alltag.
Das Ziel der Gemeinde ist klar: Öffentliche Wege sollen für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein. Schritt für Schritt werden daher weitere Bereiche angepasst, um Barrieren abzubauen und echte Teilhabe im öffentlichen Raum zu ermöglichen.
Text und Foto: Gemeinde Nußloch
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