Bodenschutzkalkungen starten Anfang Juli in mehreren Waldgebieten

Ab Anfang Juli werden in mehreren Waldgebieten des Rhein-Neckar-Kreises Bodenschutzkalkungen durchgeführt, um die Böden zu stärken und die Wälder widerstandsfähiger zu machen. Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
Helikopter bringt Kalk auf Waldflächen aus
(rnk 27.6.26) Das Kreisforstamt setzt seine Bodenschutzkalkungen auch im Jahr 2026 fort. Ab dem 6. Juli wird über dem unteren und oberen Stadtwald von Neckargemünd ein Helikopter im Einsatz sein, um Kalk auf ausgewählten Waldflächen auszubringen.
Verwendet wird Dolomit, ein Kalzium-Magnesium-Gemisch. In besonders stark versauerten Bereichen kommt zusätzlich ein Dolomit-Holzasche-Gemisch zum Einsatz. Dieses versorgt die Böden neben Kalzium und Magnesium auch mit wichtigen Nährstoffen wie Phosphor und Kalium.
Weitere Einsätze in Bammental, Gaiberg und Lobbach
Der Helikopter verteilt das Material gleichmäßig über den Waldflächen. Ein Teil des Kalks bleibt zunächst in den Baumkronen hängen und gelangt nach und nach in den Waldboden.
Ausgebracht werden zwischen drei und vier Tonnen Kalk pro Hektar, was etwa 300 bis 400 Gramm pro Quadratmeter entspricht.
Nach Abschluss der Arbeiten in Neckargemünd sollen die Kalkungsmaßnahmen auf Waldflächen in Bammental, Gaiberg und Lobbach-Waldwimmersbach fortgesetzt werden. Wenn die Wetterbedingungen mitspielen und keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, sollen die Arbeiten bis Ende Juli abgeschlossen sein.
Vorübergehende Sperrungen möglich
Während der Helikoptereinsätze werden einzelne Waldabschnitte aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt. Das Kreisforstamt bittet Waldbesucher, die entsprechenden Hinweise vor Ort zu beachten.
Außerdem kann es während der Arbeiten kurzfristig zu leichter Staubentwicklung kommen. Nach Angaben des Kreisforstamts besteht durch das ausgebrachte Kalkmaterial keine gesundheitliche Gefahr für Menschen. Regen sorgt zudem dafür, dass der Kalkstaub rasch in den Boden eingewaschen wird.
Beitrag zu gesunden Waldböden
Die bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass gezielte Kalkungen die durch menschliche Einflüsse verursachte Versauerung der Waldböden verringern können.
Die regenerative Bodenschutzkalkung trägt dazu bei, die natürliche Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen. Die zusätzlichen basischen Nährstoffe stärken die Vitalität der Bäume und erhöhen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenperioden.
Bedeutung für Wald und Trinkwasser
Gesunde Waldböden bilden die Grundlage für ein vielfältiges Bodenleben und stabile Waldökosysteme. Darüber hinaus erfüllen sie eine wichtige Funktion für den Schutz des Trinkwassers.
Rund 70 Prozent des Trinkwassers in Baden-Württemberg stammen aus bewaldeten Gebieten. Damit diese natürliche Filterfunktion erhalten bleibt, sind intakte und gesunde Waldböden von großer Bedeutung.
Förderung durch die Europäische Union
Da die Bodenschutzkalkung als wichtige Maßnahme zum Erhalt gesunder Wälder gilt, werden die Kosten finanziell unterstützt. Waldeigentümer im Privatwald erhalten eine Förderung von 100 Prozent der Nettokosten. Im Kommunalwald werden 90 Prozent der Nettokosten aus Mitteln der Europäischen Union übernommen.
Hintergrund
Einer Bodenschutzkalkung geht ein fast zweijähriger Planungsprozess voraus. Grundlage ist ein bodenkundliches Gutachten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. Zur Kalkung vorgesehen werden generell nur Böden, bei denen eine starke Versauerung festgestellt wurde (pH-Wert i. d. R. unter 4,2, Basensättigung unter 15 Prozent). Im Rahmen der Planung werden die Belange des Arten-, Natur- und Wasserschutzes berücksichtigt. Bereiche, in denen zum Beispiel kalkungssensible Arten und Biotope vorkommen – sogenannte Ausschlussflächen – werden von der Kalkung ausgenommen. Die Planung und Überwachung der Maßnahme erfolgt durch das Kreisforstamt Rhein-Neckar-Kreis in Abstimmung mit den Behörden für Natur-, Boden- und Wasserschutz.
Weitere Informationen
Detaillierte Informationen zum Thema regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung auf der Internetseite der FVA unter: https://www.fva-bw.de/top-meta-navigation/fachabteilungen/boden-umwelt/ernaehrung-und-stoffhaushalt-von-waeldern/regenerationsorientierte-bodenschutzkalkung
Weitere Infos zum Thema Wald auf der Internetseite des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter www.mlr-bw.de/wald
Text und Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=196169


























