Borkenkäferbefall könnte 2027 im Rhein-Neckar-Kreis deutlich zunehmen
Der extrem heiße und trockene Sommer hat die Wälder in der Region stark belastet
(rnk 19.10.26) Obwohl die bisherigen Schadholzmengen durch Borkenkäfer deutlich unter denen der Vorjahre liegen, warnt das Kreisforstamt vor einer möglichen Verschärfung der Lage im kommenden Jahr. Die Erfahrungen aus früheren Hitzeperioden zeigen, dass der Befall häufig erst im Folgejahr deutlich zunimmt.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war der Sommer in Baden-Württemberg mit einer Durchschnittstemperatur von 4,9 Grad Celsius über dem Referenzwert der Jahre 1961 bis 1990 der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die lang anhaltende Hitze und Trockenheit haben die Wälder im ganzen Land und damit auch im Rhein-Neckar-Kreis erheblich geschwächt.
Seit Juli zeigen sich bei vielen Laubbäumen verfärbte Baumkronen, während Nadelbäume zunehmend Nadeln verlieren. Starke Kronenverfärbungen und ausgeprägter Nadelverlust sind bei Nadelbäumen häufig Anzeichen dafür, dass die Bäume absterben.
„Die Auswirkungen dieser extremen Witterung werden die Bäume auch in den kommenden Jahren schwächen. Häufig führt erst das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, etwa Hitze, Trockenheit und Schaderreger, zum Absterben eines Baumes“, erklärt Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamtes.
Fichten und Lärchen besonders betroffen
Im Rhein-Neckar-Kreis waren in diesem Sommer vor allem Fichten und Lärchen vom Borkenkäferbefall betroffen. Kiefern und Douglasien wurden dagegen insbesondere unmittelbar durch Hitze und Trockenheit geschädigt.
Dass die Schadholzmengen bislang deutlich niedriger ausfallen als in den vergangenen Jahren, ist laut Kreisforstamt kein Grund zur Entwarnung. Nach extremen Wetterjahren wie 2003 und 2018 nahmen die Schadholzmengen jeweils erst im darauffolgenden Jahr deutlich zu. Ein ähnlicher Verlauf könnte sich 2027 wiederholen.
Befallene Bäume möglichst frühzeitig entfernen
Mit den inzwischen gesunkenen Temperaturen gehen die Borkenkäfer in die Winterruhe. Frischer Befall ist daher nur noch selten zu erwarten. Bereits angelegte Bruten können sich allerdings weiterhin vollständig entwickeln.
„Aufgrund der inzwischen gesunkenen Temperaturen gehen die Borkenkäfer in die Winterruhe. Frischbefall ist daher nur noch selten zu erwarten. Bereits angelegte Bruten können sich jedoch noch vollständig entwickeln. Befallene Bäume sollten möglichst frühzeitig entfernt werden, bevor sich die Rinde ablöst“, erklärt Robens.
Spätestens bis Februar sollten die betroffenen Bäume aus dem Wald gebracht werden. Damit soll verhindert werden, dass sich die Ausgangslage für die nächste Käfersaison weiter verschlechtert. Andernfalls können die Borkenkäfer in den Boden gelangen und dort überwintern. Dadurch steigt das Risiko, dass sich der Befall im kommenden Jahr weiter ausbreitet.
Auch Holzpolter und Sturmholz im Blick behalten
Das Kreisforstamt empfiehlt Waldbesitzenden außerdem, befallene Holzpolter zeitnah aus gefährdeten Waldbeständen abzufahren. Auch Sturm- und Schneebruchholz sollte vor Beginn der nächsten Käfersaison unschädlich gemacht werden. Dafür kommen beispielsweise das Entrinden oder das Hacken und Abfahren des Kronenmaterials infrage.
Jeder befallene Baum, der in diesem Winter nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt wird, kann die Situation im kommenden Jahr verschärfen und das Risiko einer Massenvermehrung erhöhen. Hat die Befallsdynamik erst einmal deutlich zugenommen, lässt sie sich nur noch schwer eindämmen.
Forstrevierleitungen beraten Waldbesitzende
Bei Fragen zum Borkenkäferbefall oder bei Unsicherheiten können sich Waldbesitzende an die zuständigen Forstrevierleitungen des Kreisforstamtes wenden.
Ansprechpartner und Kontaktdaten sind online unter www.rhein-neckar-kreis.de/kreisforstamt zu finden.
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