BUND fordert mehr Tempo bei der Renaturierung von Auen

Bundesumweltminister Schneider würdigt BUND-Arbeit in Lenzen

(bund 12.5.26) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) drängt auf schnellere Maßnahmen zur Wiederherstellung naturnaher Flusslandschaften in Deutschland. Hintergrund ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, nach der die Bundesregierung bis September 2026 einen nationalen Wiederherstellungsplan vorlegen muss. Der BUND fordert dabei ehrgeizige Ziele und spricht sich für mindestens 2.000 Kilometer frei fließende Flüsse aus.

Projekt an der Elbe gilt als Vorbild

Wie erfolgreiche Renaturierung aussehen kann, zeigt laut BUND das Naturschutzgroßprojekt in der Lenzener Elbtalaue an der Elbe. Gemeinsam mit dem Land Brandenburg wurde dort über einen Zeitraum von zehn Jahren ein Deich zurückverlegt, damit der Fluss wieder mehr Raum erhält. Rund 420 Hektar Fläche konnten dadurch in eine naturnahe Auenlandschaft umgewandelt werden.

Eine aktuelle Auswertung aus dem Jahr 2025 belegt nach Angaben des BUND deutliche positive Auswirkungen auf Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Klimaschutz. Intakte Auen können große Wassermengen aufnehmen, Kohlenstoff speichern und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.

Bundesumweltminister würdigt Projekt

Bei einem Besuch vor Ort lobte Bundesumweltminister Carsten Schneider das Projekt als beispielhaft für integrierten Natur-, Gewässer- und Hochwasserschutz. Durch die Wiederherstellung natürlicher Überschwemmungsflächen verbessere sich nicht nur der Schutz vor Hochwasser, sondern auch die ökologische Situation entlang der Elbe.

Der Minister bezeichnete die Lenzener Elbtalaue zudem als gelungenes Praxisbeispiel für die Umsetzung der europäischen Wiederherstellungsverordnung.

BUND sieht dringenden Handlungsbedarf

Nach Angaben des BUND sind in Deutschland nur noch etwa ein Drittel der ursprünglichen Auen erhalten, weniger als zehn Prozent davon gelten als ökologisch intakt. Der Verband warnt, dass die Belastung von Wäldern, Böden, Gewässern und Ökosystemen durch Klimawandel und Artensterben weiter zunimmt.

BUND-Vorsitzender Olaf Bandt betonte, dass erfolgreiche Renaturierungsprojekte gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden müssten. Wenn Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenarbeiten, könnten Lösungen entstehen, die sowohl Klima als auch Natur und Bevölkerung zugutekommen.

Wiederherstellung von Flüssen als EU-Ziel

Die EU-Verordnung verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, geschädigte Ökosysteme wieder in einen guten Zustand zu versetzen und den Verlust der Artenvielfalt umzukehren. Bis 2030 sollen europaweit insgesamt 25.000 Kilometer Flüsse wieder frei fließen können.

Das Projekt an der Elbe gilt dabei als eines der ersten großen Renaturierungsvorhaben dieser Art in Deutschland und liefert wichtige Erkenntnisse für künftige Maßnahmen. Finanziert wurde das Vorhaben durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Förderprogramms „chance.natur“ mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

Quelle: BUND

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