BUND fordert mehr Wildnisgebiete in Nord- und Ostsee

Tag der biologischen Vielfalt: Überlebens-Chance Wildnis für Nord- und Ostsee

(bund 22.5.26) Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai macht der BUND auf den schlechten Zustand von Nord- und Ostsee aufmerksam. Nach Ansicht des Umweltverbandes brauchen die Meere deutlich mehr geschützte Rückzugsräume, damit sich bedrohte Lebensräume und Tierarten erholen können.

Der BUND fordert deshalb, mindestens die Hälfte der bestehenden Schutzgebiete in Nord- und Ostsee als sogenannte marine Wildnisgebiete auszuweisen.

Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen

In solchen Wildnisgebieten soll es möglichst keine menschliche Nutzung geben. Die Flächen sollen groß genug sein, sich ungestört entwickeln können und nicht durch Schifffahrtswege oder Kabeltrassen zerschnitten werden.

Nach Angaben des BUND profitieren davon zahlreiche Tierarten wie:

  • Fische
  • Schweinswale
  • Seehunde
  • Kegelrobben
  • Seevögel
  • viele Kleinstlebewesen im Meeresboden

Auch Seegraswiesen und Steinriffe könnten sich in geschützten Bereichen wieder stärker entwickeln.

Bedeutung für Klima und Artenvielfalt

Der Umweltverband weist darauf hin, dass gesunde Meere eine wichtige Rolle für den Klimaschutz spielen. Intakte Seegraswiesen können große Mengen Kohlenstoff speichern und langfristig im Meeresboden binden.

Gleichzeitig gehe die biologische Vielfalt in den Meeren derzeit schneller zurück als an Land. Obwohl Deutschland bereits große Schutzgebiete in Nord- und Ostsee ausgewiesen habe, gebe es dort weiterhin Belastungen durch:

  • Fischerei
  • Schifffahrt
  • Müll
  • Unterwasserlärm
  • eingetragene Nährstoffe

BUND sieht Handlungsbedarf

Bettina Taylor erklärt, dass Nord- und Ostsee trotz ihrer Größe keineswegs unberührte Naturräume seien. Angesichts des Zustands der Meere brauche es deutlich mehr Ruhezonen ohne menschliche Nutzung.

Nur so könnten sich marine Ökosysteme langfristig erholen und an die Folgen des Klimawandels anpassen.

Projekt zur Wiederherstellung der Doggerbank

Ein wichtiges Vorhaben für mehr Wildnis in der Nordsee ist nach Angaben des BUND das Projekt „WILD“ zur Wiederherstellung der Doggerbank.

Die Doggerbank gilt als größte Sandbank der Nordsee und erstreckt sich über die Gewässer von Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen arbeitet der BUND daran, den geschädigten Lebensraum wieder zu stärken.

Beteiligt sind unter anderem:

  • das Alfred-Wegener-Institut
  • die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Gefördert wird das Projekt durch den Meeresnaturschutzfonds der Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Internationale Aufmerksamkeit für biologische Vielfalt

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt wird jedes Jahr am 22. Mai begangen. Die Vereinten Nationen haben ihn im Jahr 2000 eingeführt, um auf die Bedeutung von Artenvielfalt und den Schutz natürlicher Lebensräume aufmerksam zu machen.

Nach Angaben des BUND setzt sich die „Initiative Wildnis in Deutschland“, ein Zusammenschluss von 22 Naturschutzorganisationen, dafür ein, mindestens zwei Prozent der Landesfläche als Wildnisgebiete zu sichern – an Land und im Meer.

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