BUND gibt Tipps für mehr Stadtgrün in Zeiten von Hitze und Trockenheit

Schon mit einer einfachen Schale Wasser können Garten- und Balkonbesitzer Wildvögeln bei Sommerhitze helfen und einen kleinen Beitrag zum Naturschutz leisten. Foto: Pixabay
Hitzewellen und Trockenheit setzen Städten zu
(bund 28.6.26) Deutschland und viele weitere Regionen Europas erleben derzeit eine Phase extremer Hitze. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Niederschlagsmengen vielerorts zu gering, gleichzeitig nehmen Hitzewellen zu. Auch für den Sommer 2026 wird weiterhin mit trockenen Bedingungen gerechnet.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht deshalb auf die Bedeutung von Stadtgrün für Menschen, Tiere und Pflanzen aufmerksam. Nach Ansicht des Verbandes kann jeder dazu beitragen, Städte lebenswerter und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Wasserstellen helfen Tieren in der Stadt
Besonders in heißen und trockenen Sommern sind Wasserstellen für viele Tiere wichtig. Davon profitieren Insekten, Vögel, Reptilien und Säugetiere gleichermaßen.
„In der Stadt freuen sich Insekten, Reptilien, Säugetiere und Vögel immer über Wasserstellen. Das kann ein Gartenteich oder eine Wasserschale auf dem Balkon sein“, erklärt Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND.
Bei künstlichen Wasserstellen sei eine regelmäßige Reinigung wichtig, um die Ausbreitung von Keimen zu verhindern. Für Insekten sollten zusätzlich kleine Äste, Steine oder andere Ausstiegshilfen bereitgestellt werden.
Verstecke und Rückzugsorte schaffen
Auch schattige und feuchte Rückzugsorte können Tieren während längerer Trockenperioden helfen. Laubhaufen, Kompostbereiche, dichte Sträucher oder gemulchte Beete bieten Schutz vor Hitze und Austrocknung.
Zur Stadtnatur zählen neben Parks und Gärten auch Brachflächen, begrünte Dächer und Fassaden sowie blühende Balkone. Heimische Pflanzenarten, Nisthilfen für Vögel, Insekten und Fledermäuse sowie Blumenwiesen fördern die Artenvielfalt und schaffen zusätzliche Lebensräume.
Der BUND empfiehlt unter anderem, Rasenflächen teilweise durch Blumenwiesen zu ersetzen und Totholz im Garten oder Innenhof liegen zu lassen. Dadurch entstehen Nahrungsquellen und Versteckmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten.
Stadtbäume stehen unter Druck
Besonders Stadtbäume leiden unter den zunehmenden Trockenperioden. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle für das Stadtklima, da sie durch Schatten und Verdunstung zur Abkühlung beitragen.
Vor allem Straßenbäume sind häufig schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Wenig Wurzelraum und verdichtete Böden erschweren die Wasserversorgung zusätzlich.
Wer Bäume unterstützen möchte, sollte laut BUND lieber selten, dafür aber gründlich gießen. Empfohlen werden etwa 80 bis 100 Liter Wasser pro Gießvorgang. So gelangt das Wasser bis in den Wurzelbereich und verdunstet nicht bereits an der Oberfläche.
App unterstützt den Schutz von Stadtbäumen
Mit der App „Mein Baum“ möchte der BUND gemeinsam mit der Technischen Universität München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Bürgerinnen und Bürger für den Schutz von Stadtbäumen gewinnen.
Über die kostenlose Smartphone- und Web-Anwendung können Bäume erfasst und Informationen zu Art, Zustand und Standort dokumentiert werden. Die gesammelten Daten sollen dabei helfen, Stadtbäume besser zu schützen und ihren Zustand langfristig zu beobachten.
Mehr Grünflächen für ein besseres Stadtklima
Neben Bäumen tragen auch naturnahe Grünflächen, entsiegelte Innenhöfe und Dachbegrünungen dazu bei, Städte an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Gleichzeitig entstehen dadurch wichtige Lebensräume für Insekten und andere Tiere.
Der BUND empfiehlt, mit Vermietern oder Wohnungsbaugesellschaften über Begrünungsmaßnahmen zu sprechen. Oft gebe es kommunale Förderprogramme für Dachbegrünungen, Hochbeete oder andere Projekte zur Förderung der Stadtnatur.
Auch Regentonnen können helfen, Regenwasser für trockene Zeiten zu speichern und nachhaltig für die Bewässerung zu nutzen.
Engagement für mehr Stadtgrün gefragt
Nach Ansicht des BUND müssen Städte und Gemeinden langfristig stärker auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden. Dazu gehören ausreichend Grünflächen, ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser sowie Konzepte wie die sogenannte Schwammstadt.
Der Verband ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich aktiv für mehr Grün in ihrer Umgebung einzusetzen – etwa bei Gemeinderatssitzungen, Bürgerversammlungen oder durch die Mitarbeit in Umweltverbänden. Ziel sei es, Städte widerstandsfähiger zu machen und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch und Natur zu erhalten.
Quelle: BUND
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