BUND kritisiert Niedrigwasserkonferenz ohne Umweltverbände

Verband fordert langfristige Maßnahmen gegen Wasserknappheit

(bund 8.8.26) Vor der von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger einberufenen Niedrigwasserkonferenz fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nachhaltige Lösungen im Umgang mit sinkenden Flusspegeln. Zugleich kritisiert der Umweltverband, dass keine Umweltorganisationen an der Konferenz beteiligt sind.

„Die niedrigen Flusspegel sind kein kurzfristiges Wetterphänomen, sondern Symptom der Klimakrise. Deutschland handelt beim Schutz seines Wassers viel zu zögerlich und spät. Dabei gibt die Nationale Wasserstrategie vor, wie es geht“, erklärt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt.

Nach Ansicht des Verbandes müssten intakte Flusslandschaften als natürliche Wasserspeicher gestärkt werden. Zudem müsse sich die Binnenschifffahrt an die veränderten Bedingungen der Flüsse anpassen und nicht umgekehrt. Niedrige Wasserstände könnten nicht durch weitere Ausbaumaßnahmen dauerhaft gelöst werden.

Fokus auf nachhaltige Strategien

Der BUND bemängelt, dass sich die Bundesregierung bei der Konferenz vor allem auf die wirtschaftlichen Folgen des Niedrigwassers konzentriere. Aus Sicht des Verbandes müssten stattdessen Maßnahmen im Mittelpunkt stehen, die Wasser länger in der Landschaft halten, Wasserentnahmen reduzieren und Flüsse widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen.

Forderungen an die Politik

Der BUND fordert unter anderem, die Anforderungen an die Wasserstraßen von Rhein, Donau und Elbe an die künftig verfügbaren Wassermengen anzupassen. Vorrang müsse der Schutz von Oberflächen- und Grundwasser sowie der Erhalt der ökologischen Funktionen der Flüsse haben.

Statt weiterer Flussvertiefungen spricht sich der Verband für den Einsatz von Schiffen aus, die auch bei Niedrigwasser einsatzfähig sind. Entsprechende Förderprogramme sollten ausgebaut werden.

Zudem hält der BUND das Prinzip der Just-in-time-Logistik angesichts häufiger Niedrigwasserperioden für zunehmend ungeeignet. Eine stärkere Lagerhaltung könne Lieferengpässe vermeiden.

Langfristig müsse außerdem der Schienengüterverkehr als Alternative zur Binnenschifffahrt gestärkt werden. Dafür seien umfangreiche Investitionen in die Schieneninfrastruktur erforderlich.

Quelle: BUND

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