BUND sieht Risiken für kommunale Wärmewende durch neue Bundespolitik

(bund 13.5.26) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor möglichen Rückschritten bei der Wärmewende. Hintergrund ist das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz der Bundesregierung, das nach Ansicht des Verbands den weiteren Einsatz fossiler Heizsysteme begünstigt und damit die kommunalen Wärmeplanungen erschweren könnte.

Wärmepläne der Großstädte im Fokus

Bis Ende Juni müssen deutsche Großstädte ihre kommunalen Wärmepläne vorlegen. Der BUND hat gemeinsam mit Daten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) bereits 38 von insgesamt 80 Großstädten ausgewertet. Das Ergebnis: Derzeit dominiert zwar noch Erdgas die Wärmeversorgung, langfristig planen die Städte jedoch überwiegend mit einem deutlichen Ausbau von Wärmepumpen und Wärmenetzen.

Laut BUND setzen die meisten Kommunen in ihren Zukunftsszenarien kaum noch auf fossile Energieträger oder sogenannte „Bio-Gase“. Stattdessen sollen erneuerbare Lösungen künftig die zentrale Rolle übernehmen.

Kritik am geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz

Tina Löffelsend, Abteilungsleiterin Klimaschutz beim BUND, kritisiert insbesondere die Pläne der Bundesregierung, weiterhin den Einbau von Öl- und Gasheizungen zu ermöglichen. Zudem fehle ein verbindliches Enddatum für fossiles Heizen.

Nach Einschätzung des Umweltverbands führt dies zu Unsicherheiten bei Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig könnten notwendige Investitionen in erneuerbare Wärmeversorgung ausgebremst werden. Der BUND fordert deshalb klare politische Vorgaben und mehr Unterstützung für Städte und Gemeinden bei der Umsetzung der Wärmewende.

Städte planen langfristigen Abschied von Gasheizungen

Die untersuchten Wärmepläne zeigen laut BUND grundsätzlich eine klare Richtung: Viele Städte planen langfristig ohne fossile Heizsysteme. Dennoch gebe es bei der konkreten Umsetzung noch zahlreiche offene Fragen.

So sei vielerorts unklar, wann bestimmte Quartiere tatsächlich an Wärmenetze angeschlossen werden. Auch verbindliche Konzepte zur Stilllegung von Gasverteilnetzen fehlen bislang häufig. Nur vier der 38 untersuchten Großstädte haben hierzu konkrete Aussagen getroffen.

Außerdem halten viele Kommunen die Nutzung von Wasserstoff im privaten Heizbereich weiterhin als mögliche Option offen – obwohl Wasserstoff in den langfristigen Zielbildern meist nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Deutlicher Ausbau von Wärmepumpen geplant

Die Auswertung zeigt, dass die Städte ihre Wärmewende im Durchschnitt bis zum Jahr 2040 umsetzen wollen. Der Anteil von Wärmenetzen soll dabei auf rund 46 Prozent steigen. Dezentrale Wärmepumpen sollen künftig etwa 38 Prozent des Wärmebedarfs decken. Im Vergleich zu heute würde sich ihr Anteil damit vervielfachen.

Der Einsatz von Gas im dezentralen Bereich soll hingegen um rund 92 Prozent zurückgehen. Insgesamt rechnen die Kommunen zudem mit einem sinkenden Wärmebedarf, unter anderem durch höhere Sanierungsraten bei Gebäuden.

BUND fordert verbindliche Maßnahmen

Der Umweltverband appelliert an die Kommunen, trotz bundespolitischer Unsicherheiten konsequent auf erneuerbare Wärmeversorgung zu setzen. Dazu gehörten aus Sicht des BUND klare Ausstiegsstrategien für Gasheizungen, transparente Wärmepläne und konkrete Konzepte zur Stilllegung bestehender Gasnetze.

Gleichzeitig fordert der Verband verständliche Informationsangebote für Bürgerinnen und Bürger. Noch immer verfüge etwa ein Viertel der untersuchten Städte über kein digitales Kartentool zur kommunalen Wärmeplanung.

Quelle: BUND

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