Der Feuersalamander – Schwarz-gelbe Gäste auf Nußlochs Waldwegen
(eme 11.3.26) Feuersalamander lieben genau diese Wetterlage: Nach einigen trockenen Tagen und dann einsetzenden Regen kommen sie aus ihren Verstecken und sind im Nußlocher Wald besonders gut zu beobachten.
Feuersalamander im Nußlocher Wald

Foto: Nina Daub
Im Gemeindewald rund um Nußloch gilt der Feuersalamander längst als so etwas wie ein heimliches Wappentier des Buchenwaldes, denn feuchte Laub- und Mischwälder mit Quellbächen bieten ihm ideale Bedingungen. Zwischen moosigen Baumstümpfen, Totholz und kleinen, fischfreien Bächen finden die Tiere Verstecke, Jagdgebiete und Kinderstuben für ihre Larven. Wer hier unterwegs ist, hat bei nassem Wetter daher vergleichsweise gute Chancen, einem der schwarz-gelben Lurche zu begegnen.
Dass man in Nußloch „viele“ Feuersalamander sieht, ist kein Zufall: Die Art ist stark an naturnahe Laubwälder gebunden, wie sie im Kraichgau und im Odenwaldvorland noch vorkommen. Gerade strukturreiche Waldbereiche mit reichlich Laub, Wurzelhöhlen und liegen gebliebenem Holz sind ein wichtiger Rückzugsort – je weniger aufgeräumt der Wald wirkt, desto wohler fühlt sich der Feuersalamander.
Warum sie jetzt bei Regen auftauchen
Feuersalamander besitzen eine sehr empfindliche Haut, die ständig feucht bleiben muss – deshalb meiden sie direkte Sonne und lange Trockenphasen und bleiben dann in Höhlen, Erdspalten oder unter Wurzeln. Sobald nach einer trockenen Phase endlich Regen einsetzt, steigen Luftfeuchtigkeit und Bodenfeuchte, und genau dann werden die Tiere munter und gehen auf Nahrungssuche. Fachleute beschreiben, dass Feuersalamander vor allem in regnerischen Nächten oder beim ersten kräftigen Regen nach längerer Trockenheit besonders aktiv sind – dann können sie auch tagsüber gesehen werden.
Diese Regennächte sind für den Feuersalamander entscheidend, um genügend Energie für Paarung und Fortpflanzung zu sammeln. Im Wald rund um Nußloch profitiert er zusätzlich von den Quellbächen, in deren ruhigen Abschnitten die Weibchen ihre lebend geborenen Larven absetzen. Dass man ihn jetzt vor allem auf nassen Wegen, an Böschungen oder in der Nähe kleiner Rinnsale entdeckt, passt also genau zu seinem natürlichen Jahresrhythmus.
Ein vorsichtiger Star des Waldes
Wer einem Feuersalamander begegnet, darf sich tatsächlich freuen – er gilt als Symbol für intakte, feuchte Laubwälder und damit auch als Botschafter für den Naturschutz vor Ort. Allerdings lebt der Lurch gefährlich: Straßen, Forstmaschinen und unaufmerksame Spaziergänger können ihm an nassen Tagen schnell zum Verhängnis werden, wenn er langsam über Wege oder asphaltierte Waldstraßen zieht. Auch ein eingeschleppter Hautpilz (Bsal) setzt Feuersalamander-Beständen in Deutschland seit einigen Jahren massiv zu, weshalb gesunde Vorkommen – wie sie im Raum Nußloch beobachtet werden – besonders schützenswert sind.
Für den Umgang im Alltag heißt das: Tiere niemals anfassen, nicht umsetzen, nicht mit Stöcken „anschubsen“ und Hunde nach Möglichkeit anleinen, wenn sie auf den Waldwegen unterwegs sind. Wer mit etwas Abstand stehen bleibt und den Feuersalamander einfach in Ruhe die Straße oder den Weg queren lässt, hat meist genug Zeit für einen stillen Moment des Staunens – bevor er im Laub wieder verschwindet.
Danke Nina Daub für dieses wunderschöne Bild!
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