E-Zigaretten werden im kommenden Jahr teurer

Symbolfoto: Pixabay

Neues für Verbraucher: E-Zigaretten werden ab 2027 teurer

(mar 9.9.26) Auf Nutzer von E-Zigaretten könnten ab 2027 höhere Kosten zukommen. Grund ist eine geplante Erhöhung der Tabaksteuer auf Liquids. Während sich die Bundespolitik grundsätzlich über eine Anhebung einig ist, gibt es noch Streit über deren Höhe. Die Branche warnt vor einem wachsenden Schwarzmarkt, Mediziner sehen weiterhin gesundheitliche Risiken beim Vaping.

Koalition plant stärkeren Steueraufschlag

Das Bundesfinanzministerium hatte zunächst eine moderate Erhöhung vorgeschlagen. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Bundestag wollen nun einen stärkeren Aufschlag.

Der Verband Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) befürchtet dadurch sinkende Umsätze im legalen Handel und eine weitere Zunahme des Schwarzmarkts. Verbandsvorsitzender Dustin Dahlmann verweist darauf, dass die Steuer auf Liquids bereits in diesem Jahr um sechs auf 32 Cent pro Milliliter gestiegen ist.

Nach Einschätzung des Verbandes hat sich der Schwarzmarktanteil infolge der damit verbundenen Preiserhöhungen von geschätzten 40 auf 50 Prozent erhöht. „Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, wenn erneut stark an der Steuerschraube gedreht wird“, sagt Dahlmann.

So stark könnten Liquids teurer werden

Das Bundesfinanzministerium hatte für Januar 2027 eine Anhebung der Steuer um einen Cent auf 33 Cent je Milliliter vorgeschlagen. Die Koalitionsfraktionen favorisieren dagegen einen Anstieg um drei Cent auf 35 Cent.

Auf die Tabaksteuer wird zusätzlich Mehrwertsteuer berechnet. Ein höherer Steueraufschlag wirkt sich daher auch auf die Mehrwertsteuer aus.

Nach Angaben des BfTG könnte ein typisches 10-Milliliter-Fläschchen, das derzeit rund zwölf Euro kostet, durch die geplante Steuererhöhung um etwa 36 Cent teurer werden. Das entspräche einem Preisanstieg von rund drei Prozent.

Dahlmann rechnet außerdem damit, dass die tatsächlichen Steuereinnahmen hinter den Erwartungen des Bundes zurückbleiben könnten. Als Beispiel nennt er die Reform des Tabaksteuergesetzes aus dem Jahr 2022. Damals ging das Bundesfinanzministerium für 2025 von 520 Millionen Euro Tabaksteuereinnahmen durch den Verkauf von E-Zigaretten aus. Tatsächlich wurden laut Dahlmann 403 Millionen Euro erreicht.

Der Konsum sei zwar gestiegen, gleichzeitig habe aber auch der Schwarzmarkt zugelegt. „Diesen Fehler droht der Bund nun zu wiederholen“, warnt der Verbandsvorsitzende.

Mediziner warnen vor den Risiken des Vapings

Bei E-Zigaretten werden Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, erhitzt und anschließend als Dampf inhaliert. Nach Angaben der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität greifen in Deutschland rund drei Prozent der Menschen ab 14 Jahren zur E-Zigarette.

Die Vaping-Branche betont, dass beim Dampfen deutlich weniger Schadstoffe freigesetzt werden als beim Verbrennen von Tabak und E-Zigaretten deshalb eine Alternative für Tabakraucher sein könnten.

Krebsforscher und Mediziner weisen allerdings auf die noch fehlenden Langzeitstudien hin. Deshalb sei bislang nicht abschließend geklärt, welche Auswirkungen die verbleibenden Schadstoffe langfristig auf den Körper haben. Die enthaltenen Substanzen könnten gesundheitlich erheblich schaden.

Hinzu kommt das Nikotin, das in den meisten E-Zigaretten enthalten ist und abhängig machen kann. Besonders die Verbreitung des Vapings unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird deshalb auch von der Politik kritisch beobachtet.

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