Erneuter Verdi-Warnstreik: SWEG kündigt zahlreiche Busausfälle auch in Wiesloch an
Erneuter Warnstreik bei der SWEG: Busverkehr am 14. und 15. September betroffen
(pm 12.9.26) Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag und Dienstag, 14. und 15. September 2026, erneut zu einem zweitägigen Warnstreik bei der SWEG Bus GmbH aufgerufen. In zahlreichen Regionen Baden-Württembergs muss deshalb mit erheblichen Einschränkungen im Busverkehr gerechnet werden. Auch der Schulbusverkehr ist betroffen und wird voraussichtlich vollständig ausfallen.
Diese Regionen sind betroffen
Vom Streik betroffen sind erneut die SWEG-Standorte Weil am Rhein, Müllheim, Endingen, Emmendingen, Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Gammertingen, Wiesloch, Sinsheim, Dörzbach und Lauda-Königshofen.
In den jeweiligen Verkehrsgebieten ist mit erheblichen Fahrtausfällen zu rechnen. Auch der Schulbusverkehr der SWEG wird voraussichtlich vollständig entfallen.
Einschränkungen kann es zudem beim Schienenersatzverkehr auf der Zollern-Alb-Bahn 2 zwischen Gammertingen und Sigmaringen geben.
Eine Ersatzbeförderung für betroffene Fahrgäste kann die SWEG nicht anbieten. Das Unternehmen bittet daher darum, nach Möglichkeit auf andere Verkehrsunternehmen oder Verkehrsmittel auszuweichen oder die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten.
Fahrplanauskünfte können fehlerhaft sein
Während des Streiks ist außerdem zu beachten, dass die Fahrplanauskünfte auf den Websites und in den Apps der SWEG sowie die digitalen Fahrgastinformationsanzeiger an den Haltestellen nicht zuverlässig mit den tatsächlichen Ausfällen übereinstimmen können.
Grund dafür ist, dass sich auch Beschäftigte der Leitstellen, die für die Pflege und Aktualisierung der Fahrtausfälle zuständig sind, am Streik beteiligen.
SWEG-Zugverkehr und mehrere Busgesellschaften nicht betroffen
Nicht vom Streikaufruf betroffen ist der Zugverkehr der SWEG.
Auch die Busverkehre mehrerer SWEG-Tochtergesellschaften fahren nach Unternehmensangaben regulär. Dazu gehören die SWEG Bus Schwetzingen GmbH, die SWEG Bus Rheinmünster GmbH, die SWEG Bus Pforzheim GmbH, die SWEG Bus Karlsruhe GmbH, die SWEG Bus Tübingen GmbH sowie die NVW Nahverkehr Mittelbaden Walz GmbH.
SWEG kritisiert Streikaufruf scharf
Bei der SWEG-Konzerngeschäftsführung stößt der erneute Warnstreik auf Unverständnis. Konzerngeschäftsführer Dr. Thilo Grabo bezeichnet den Streikaufruf als unverhältnismäßig und verantwortungslos.
„Verdi bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen, und das auch noch zum Schulbeginn – das ist verantwortungslos“, so Grabo.
Nach Darstellung der SWEG vermischt Verdi bei den aktuellen Warnstreiks zwei unterschiedliche Themen. Zum einen geht es um den seit Ende August 2026 ausgelaufenen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV). Darüber verhandelt Verdi derzeit mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) und damit nicht direkt mit der SWEG.
Die Arbeitgeberseite habe in diesen Verhandlungen ein „mehr als verhandlungsfähiges Angebot“ vorgelegt. Aus Sicht von Dr. Grabo seien die Streiks deshalb unverhältnismäßig.
Zum anderen geht es um die Folgen von Ausschreibungen im Busverkehr. Bei Betriebsänderungen und möglichen Stilllegungen handele es sich laut Betriebsverfassungsgesetz um eine Angelegenheit zwischen Unternehmen und Betriebsrat und nicht zwischen Unternehmen und Gewerkschaft, erklärt Grabo.
Bei der SWEG Bus GmbH sind derzeit die Verkehrsbetriebe Weil am Rhein-Lörrach und Wiesloch-Walldorf von dieser Thematik betroffen.
„Wir sind in beiden Fällen auf einem guten Weg, denn derzeit laufen Sozialplanverhandlungen mit den lokal betroffenen Beschäftigten, in deren Rahmen es bereits erste Vereinbarungen gibt“, so der SWEG-Konzerngeschäftsführer.
Der Sozialplan für den Verkehrsbetrieb Weil am Rhein-Lörrach wurde bereits in der vergangenen Woche mit dem Betriebsrat unterzeichnet.
SWEG verweist auf aktuellen Stundenlohn
Die SWEG weist außerdem darauf hin, dass der derzeit von Verdi kritisierte WBO-Tarifvertrag ebenfalls von Verdi ausgehandelt wurde. Vertragspartner auf Arbeitgeberseite ist der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen.
Nach dem WBO-Tarif erhalten Busfahrerinnen und Busfahrer bei der SWEG aktuell einen Stundenlohn von 22,77 Euro, wenn sie bereits zehn Jahre als Busfahrer tätig sind. Daraus ergibt sich laut SWEG derzeit ein monatlicher Bruttolohn von 3.848,13 Euro. Hinzu kommen Zulagen, Zuschläge und Sonderzahlungen.
Punktuelle Nachteile bestehen nach Angaben des Unternehmens für ältere Beschäftigte. Diese gleicht die SWEG als Zeichen der Mitarbeiter-Wertschätzung für einen Zeitraum von drei Jahren aus.
SWEG widerspricht Angaben zu betroffenen Beschäftigten
Auch die von Verdi genannte Zahl von rund 500 betroffenen Beschäftigten weist die SWEG zurück. Nach aktuellem Stand seien perspektivisch rund 100 Busfahrerinnen und Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben des SWEG-Konzerns betroffen.
Zudem stünden bei der SWEG Bus GmbH derzeit keine Betriebsstilllegungen an.
Quelle: SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH
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