Frühblüher im Garten: Nicht jede bunte Blüte hilft Insekten

Mit einem Staudengarten, wilden Ecken und hübschen Frühblühern können wir Insekten in unseren Gärten einen Lebensraum bieten. – Foto: NABU / Helge May

Mit den ersten warmen Tagen erwacht auch die Insektenwelt aus der Winterruhe

(nabu 3.3.26) Hummelköniginnen, Zitronenfalter und andere Frühstarter sind nun dringend auf Nahrung angewiesen. Der Naturschutzbund Deutschland rät deshalb, Frühblüher im Garten nicht nur nach ihrer Optik, sondern vor allem nach ihrem Nutzen für Insekten auszuwählen.

Frühblüher als wichtige Nahrungsquelle

Zu den besonders wertvollen Pflanzen zählen etwa Frühlings-Krokus, Winterling, Schneeglöckchen und Kornelkirsche. Sie liefern früh im Jahr Nektar und Pollen – beides unverzichtbar für viele Insektenarten.

Der Begriff Frühblüher umfasst sowohl krautige Pflanzen als auch früh blühende Gehölze. Krautige Arten treiben meist schon sehr zeitig aus, da sie das Sonnenlicht nutzen, bevor sich im April und Mai das Blätterdach der Bäume schließt. Viele werden bereits im Herbst als Zwiebeln oder Knollen in die Erde gesetzt. Dort überwintern sie, nehmen Wasser und Nährstoffe auf und beginnen zu wachsen, sobald sich der Boden erwärmt. Wenn sich das Blätterdach im späten Frühjahr schließt, ziehen sie sich wieder zurück und verbleiben bis zum nächsten Jahr im Boden.

Früh blühende Gehölze mit Mehrwert

Auch Gehölze spielen eine wichtige Rolle. Die Hasel beginnt oft schon im Januar zu blühen, gefolgt von Kornelkirsche und Seidelbast im Februar sowie Weidenkätzchen im März. Sie bieten Insekten wertvolle Nahrung zu einer Zeit, in der das Angebot noch knapp ist.

Doch nicht jede auffällig blühende Pflanze ist automatisch insektenfreundlich. Ein häufiges Beispiel ist die Forsythie: Ihre leuchtend gelben Blüten setzen zwar dekorative Akzente im Garten, enthalten jedoch weder nennenswerten Pollen noch Nektar. Für Insekten sind sie daher kaum von Nutzen. Als Alternative empfiehlt der NABU etwa die Kornelkirsche, die ebenfalls gelb blüht und gleichzeitig reichlich Nahrung bietet.

Auch bei Balkonpflanzen genau hinsehen

Ähnlich verhält es sich bei vielen Zierpflanzen für Balkon und Garten. Stark gezüchtete Frühlingsprimeln etwa sind zwar farbenprächtig, produzieren jedoch oft weniger Nektar und Pollen. Die heimischen Arten wie Primula veris, Primula elatior oder Primula vulgaris gelten dagegen als robust und besonders insektenfreundlich.

Vorsicht bei Werbeversprechen

Hinweise wie „bienenfreundlich“ oder „insektenfreundlich“ in Baumärkten und Gartencentern sind laut NABU nicht immer verlässlich. Gartenbesitzerinnen und -besitzer sollten sich daher vor dem Kauf gezielt informieren. Auf seiner Internetseite stellt der Verband Pflanzlisten und praktische Tipps für einen insektenfreundlichen Garten zur Verfügung.

So kann der eigene Garten nicht nur farbenfroh, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge werden.

Text und Foto: NABU

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