Frühlingserwachen: Holzbienen und Zitronenfalter zeigen sich
Milde Temperaturen bringen Leben zurück
(nabu 27.2.26) Noch vor wenigen Tagen bestimmten Eis und Schnee mancherorts das Bild, nun sorgt mildes Vorfrühlingswetter dafür, dass sich immer mehr Tiere aus ihren Winterquartieren wagen. Amphibien wie Frösche und Kröten machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern, Vögel beginnen mit dem Nestbau – und auch zahlreiche Insekten sind wieder unterwegs. Wer am Wochenende aufmerksam durch Garten, Park oder freie Landschaft geht, kann bereits erste Marienkäfer, Bienen und Schmetterlinge entdecken.
Zitronenfalter zählen zu den Frühstartern
Zu den früh fliegenden Tagfaltern gehören neben Admiral, Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs auch die Zitronenfalter. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erläutert, überwintern bei diesen Arten die ausgewachsenen Falter – anders als bei vielen anderen Schmetterlingen, die als Ei oder Raupe durch die kalte Jahreszeit kommen. Steigen die Temperaturen, können die Falter direkt losfliegen.
Auffällig ist derzeit vor allem das kräftige Gelb der Männchen. Sie werden zuerst aktiv, während die deutlich blasseren, fast weißlich wirkenden Weibchen meist erst einige Wochen später erscheinen.
Holzbienen mit markantem Brummen
Ebenfalls zu den gut erkennbaren Frühboten zählt die Blauschwarze Holzbiene. Als größte heimische Wildbiene überwintert sie in totem Holz, wo zugleich ihr Nachwuchs heranwächst. Je nach Lichteinfall schimmert ihr Körper schwarz oder metallisch blau. Ihre Größe und das tiefe, deutlich hörbare Brummen machen sie unverwechselbar.
Trotz ihres Stachels gilt die Holzbiene als ausgesprochen friedlich. Beobachtungen können über das NABU-Portal NABU-naturgucker.de gemeldet werden. So lässt sich dokumentieren, wie sich der Frühling regional ausbreitet. Wer unsicher bei der Bestimmung ist, kann ein Foto hochladen und erhält Unterstützung aus der Community.
Nektar als wichtige Energiequelle
Im Gegensatz zu manchen kurzlebigen Insektenarten sind sowohl Zitronenfalter als auch Holzbienen auf regelmäßige Nahrungsaufnahme angewiesen. Sie ernähren sich von Nektar und sind dabei vergleichsweise wenig spezialisiert. Zitronenfalter nutzen beispielsweise gerne die Blüten von Weidenkätzchen. Holzbienen lassen sich an kühlen Morgenstunden häufig an sonnigen Hauswänden beobachten, wo sie sich zunächst aufwärmen.
Warum oft zuerst die Männchen erscheinen
Dass bei Zitronenfaltern zunächst vor allem Männchen zu sehen sind, ist kein Zufall. In vielen Tierarten starten die Männchen früher in die Saison, um sich günstige Ausgangspositionen für die Paarung zu sichern. Da es häufig mehr Männchen als Weibchen gibt, erhöhen frühe Aktivität und Revierbesetzung die Fortpflanzungschancen.
Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Krötenwanderung, bei der zunächst überwiegend Männchen unterwegs sind. Auch bei manchen Zugvögeln kehren die Männchen früher zurück, um Nistplätze zu besetzen.
Noch ist nur ein kleiner Teil aktiv
Obwohl es in Deutschland mehr als 30.000 Insektenarten gibt, ist im Spätwinter erst ein Bruchteil davon unterwegs. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick: Neben Holzbienen wurden bereits einzelne Mauerbienen und erste Hummelköniginnen gesichtet. Auch Hainschwebfliegen, Mistbienen, Siebenpunkt-Marienkäfer, Getreidehähnchen und Ölkäfer sind vereinzelt aktiv.
Sogar die Königinnen der invasiven Asiatische Hornisse verlassen bereits ihre Winterverstecke, während sich die heimische Europäische Hornisse noch etwas Zeit lässt.
Das milde Vorfrühlingswetter bietet somit schon jetzt zahlreiche Möglichkeiten für Naturbeobachtungen – ein aufmerksamer Spaziergang genügt.
Quelle: NABU
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