Fünf Mythen über Blumenerde: NABU wirbt für torffreies Gärtnern

Symbolfoto: Pixabay

Warum Torf problematisch ist

(nabu 13.3.26)  Mit dem Beginn der Gartensaison greifen viele Hobbygärtner wieder zu Blumenerde für Balkonkästen, Beete und Kübelpflanzen. Häufig enthalten diese Produkte noch Torf. Für dessen Gewinnung werden jedoch wertvolle Moorlandschaften zerstört, die wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten darstellen und zugleich große Mengen CO₂ speichern.

Allein im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 2,6 Millionen Tonnen Torf abgebaut. Dabei stehen längst zahlreiche torffreie Alternativen zur Verfügung. Der NABU räumt im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Torffrei gärtnern“ mit verbreiteten Irrtümern rund um Blumenerde auf.

Mythos 1: Torferde ist immer billiger

Das stimmt nicht unbedingt. Torfhaltige Erde kann teilweise sogar teurer sein, da der Abbau, der Transport und die Verarbeitung des Materials mit Aufwand verbunden sind. Viele Discounter, Baumärkte und Gartencenter bieten mittlerweile torffreie Blumenerden zu vergleichbaren Preisen an. Mit steigender Nachfrage könnten diese Produkte künftig sogar günstiger werden.

Mythos 2: Pflanzen wachsen besser in Torferde

Auch das ist ein Irrtum. Untersuchungen im professionellen Gartenbau zeigen, dass viele Pflanzen in torffreien Substraten genauso gut gedeihen wie in torfhaltiger Erde. Entscheidend sind vor allem die richtige Bewässerung und Düngung.

„Man sollte bei torffreier Erde etwas häufiger gießen und düngen, dann entwickeln sich die Pflanzen ebenso gut“, erklärt NABU-Pressesprecherin Silvia Teich.

Mythos 3: Es gibt kaum Alternativen

Tatsächlich gibt es eine Vielzahl an torffreien Produkten. Diese bestehen häufig aus Materialien wie Rindenhumus, Kompost, Holzfasern, Kokosfasern, Tonmineralen oder Pflanzenkohle. Für Hobbygärtner und Profis stehen mittlerweile verschiedene Spezialerden zur Verfügung, etwa für Aussaaten, Gemüse oder Kübelpflanzen.

Mythos 4: Torffreie Erde ist schwer zu finden

Auch dieses Vorurteil stimmt nicht mehr. Inzwischen führen viele Discounter, Baumärkte und Gartencenter torffreie Blumenerde als festen Bestandteil ihres Sortiments. Häufig sind die Produkte deutlich als „torffrei“ gekennzeichnet.

Allerdings lohnt sich ein genauer Blick auf die Verpackung. Bezeichnungen wie „torfreduziert“ oder „Bio-Erde“ bedeuten nicht automatisch, dass kein Torf enthalten ist.

Mythos 5: Der Umstieg ist kompliziert

Der Wechsel zu torffreier Blumenerde ist grundsätzlich unkompliziert, erfordert jedoch etwas Aufmerksamkeit. Diese Substrate speichern meist weniger Wasser und trocknen an der Oberfläche schneller aus. Deshalb empfiehlt es sich, häufiger und in kleineren Mengen zu gießen.

Vor dem Gießen sollte geprüft werden, ob die Erde tatsächlich trocken ist – etwa indem man zwei bis drei Zentimeter tief mit dem Finger in das Substrat fühlt. Staunässe sollte dabei unbedingt vermieden werden. Gefäße mit integriertem Wasserspeicher können helfen, eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu halten.

Auch die Düngung spielt eine Rolle: Substrate mit vielen Holzbestandteilen benötigen häufig mehr Stickstoff, während kompostreiche Erden oft bereits ausreichend Phosphor enthalten. Ein praktischer Tipp ist, torffreie Blumenerde mit reifem Kompost aus dem eigenen Garten zu mischen.

Aktionswoche „Torffrei gärtnern“

Die bundesweite Aktionswoche Torffrei gärtnern findet vom 13. bis 22. März 2026 statt. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen unterstützt. Ziel ist es, das Bewusstsein für umweltfreundliches Gärtnern ohne Torf zu stärken.

Weitere Informationen stellt der NABU auf seiner Internetseite zur Verfügung.

Quelle: NABU

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