Gaspreise steigen: Mit diesen Tipps lässt sich Heizenergie sparen
Mit Beginn der Heizsaison steigen die Gaspreise wieder deutlich
(bund 18.9.26) Für viele Haushalte bedeutet das eine zusätzliche finanzielle Belastung. Gleichzeitig kann ein geringerer Gasverbrauch dazu beitragen, das Klima zu schonen.
Irmela Benz Colaço, Energie-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt, mit welchen einfachen Maßnahmen sich beim Heizen Energie und Geld sparen lassen.
Schon ein Grad weniger spart Energie
Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfallen auf das Heizen. Entsprechend stark wirken sich steigende Gaspreise auf die Haushaltskosten aus.
„Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten werden für das Heizen benötigt. Steigende Gaspreise sind so für viele eine enorme finanzielle Belastung“, sagt Benz Colaço. Die großen Möglichkeiten, sich von fossilen Energien unabhängiger zu machen, sieht sie vor allem bei politischen Maßnahmen. Aber auch im eigenen Haushalt lasse sich der Verbrauch senken.
Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur spart nach ihren Angaben rund sechs Prozent Heizenergie. Deshalb könne es sich lohnen zu prüfen, ob einzelne Räume auch mit niedrigeren Temperaturen ausreichend genutzt werden können. Schlafzimmer, Badezimmer oder Flure müssten beispielsweise nicht dauerhaft auf 20 Grad oder mehr beheizt werden.
1. Temperatur gezielt einstellen
Nachts und während der Abwesenheit kann die Heizung heruntergedreht werden. Unter 16 Grad sollte die Raumtemperatur allerdings nicht fallen, da sonst die Gefahr von Schimmel steigt. Am Thermostat entspricht das ungefähr Stufe 2.
Programmierbare Thermostate können dabei helfen, die Temperatur automatisch an die jeweilige Nutzung eines Raumes anzupassen.
2. Richtig lüften
Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um Feuchtigkeit und damit Schimmel vorzubeugen. Dauerhaft gekippte Fenster bringen dagegen wenig Frischluft, lassen gleichzeitig aber Wände und Räume auskühlen. Dadurch steigt der Energieverbrauch.
„Lüften Sie mehrmals am Tag mit voll geöffnetem Fenster. Wenn Sie Räume haben, die sich gegenüberliegen, sorgt die Querlüftung noch schneller für frische Luft. Meist reichen fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern und Türen völlig aus“, erklärt Benz Colaço.
3. Zugluft stoppen
Über schlecht gedämmte Außenwände und Dächer, schwach isolierte Fenster, Kellerdecken oder Leitungsrohre kann viel Heizwärme verloren gehen.
Auch Mieterinnen und Mieter können etwas gegen Zugluft unternehmen. Wohnungstüren lassen sich beispielsweise mit einem Zugluftstopper am Boden abdichten. Geschlossene Vorhänge oder Rollläden halten in der Nacht zusätzlich Kälte ab.
4. Heizkörper nicht zustellen
Damit sich die warme Luft im Raum gut verteilen kann, sollten Heizkörper frei bleiben. Vorhänge sollten nicht darüber hängen, auch Möbel und andere Gegenstände sollten ausreichend Abstand haben.
Gluckert der Heizkörper, sollte er entlüftet werden. So kann die Heizung wieder effizienter arbeiten.
5. Heizungsanlage überprüfen lassen
Wer im eigenen Haus wohnt, sollte auch die Heizungsanlage überprüfen lassen. Ein hydraulischer Abgleich durch Fachleute kann dabei helfen, die Anlage richtig einzustellen.
„Denn selbst neue Heizungsanlagen sind oft falsch eingestellt und lassen wertvolle Energie verpuffen“, sagt Benz Colaço.
Angesichts steigender Öl- und Gaspreise können sich nach Angaben des BUND auch größere Investitionen lohnen, etwa in eine neue Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien oder in eine bessere Dämmung. Vor einer Sanierung sollte das Gebäude fachlich begutachtet werden, da jedes Haus andere Voraussetzungen mitbringt.
Eine Möglichkeit ist ein individueller Sanierungsfahrplan. Diese werden staatlich gefördert. Geschulte Energieberaterinnen und -berater können außerdem darüber informieren, welche Förderprogramme für die geplanten energetischen Modernisierungen infrage kommen.
Quelle: BUND
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