Grüne machen Druck beim Hitzeschutz – Rhein-Neckar-Region besonders betroffen

Symbolfoto: Pixabay

Hitzeschutz wird zur Daseinsvorsorge

(pm 16.8.26) Klima- und Hitzeschutz gehören zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der auch die Kommunen Unterstützung benötigen.

Die grün-schwarze Landesregierung stellt den Kommunen deshalb über die Legislaturperiode hinweg insgesamt eine Milliarde Euro für Investitionen zur Verfügung. Damit sollen Städte und Gemeinden beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt und zukunftsfähig gemacht werden.

Rhein-Neckar-Region besonders von Hitze betroffen

Auf eine parlamentarische Anfrage des Heidelberger Landtagsabgeordneten Florian Kollmann (MdL) und der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Cindy Holmberg (MdL) hat die Landesregierung aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Temperaturen veröffentlicht.

Die Daten zeigen, dass die Rhein-Neckar-Region und die Gemeinden entlang des nördlichen Oberrheins zu den besonders von Hitze betroffenen Gebieten Baden-Württembergs gehören.

Durch den Klimawandel treten extreme Temperaturen zunehmend häufiger auf. Die Zahl der Heißen Tage mit Temperaturen von mindestens 30 Grad Celsius hat sich in Baden-Württemberg zwischen den Zeiträumen 1961 bis 1990 und 1996 bis 2025 verdoppelt. In extremen Jahren wie 2022 lagen die Werte sogar viermal so hoch wie im Referenzzeitraum.

Mehr Tropennächte im Rhein-Neckar-Kreis

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Tropennächten. Im Rhein-Neckar-Kreis wurden bis zum 20. Juli 2026 bereits bis zu sechs Tropennächte registriert.

Bei einer Tropennacht sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius. Dadurch fehlt dem Körper eine wichtige Erholungsphase.

Auch langfristig gehört die Rhein-Neckar-Region zu den besonders hitzebelasteten Gebieten Baden-Württembergs. Im Rhein-Neckar-Kreis werden durchschnittlich 16 Hitzetage pro Jahr verzeichnet. Im Naturraum des nördlichen Oberrheins sind es sogar 22.

Städte müssen hitzefester werden

„Diese Zahlen sind ein Weckruf! Hitze ist längst keine Ausnahmesituation mehr, sondern eine Frage der Daseinsvorsorge, gerade in Städten wie Heidelberg“, sagt Florian Kollmann. „Wir müssen unsere Städte jetzt hitzefest machen, nicht erst nach dem nächsten Rekordsommer.“

Dafür seien konkrete Maßnahmen vor Ort notwendig. Dazu zählen laut Kollmann beispielsweise intelligente Verschattung, mehr Entsiegelung und eine konsequente Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips.

Besonders geschützt werden müssten vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich besonders gefährdete Personen.

Die grüne Fraktion im Heidelberger Gemeinderat fordert unter anderem, Hydranten zu Trinkwasserspendern nachzurüsten. Außerdem soll es eine „Klimatisierungsoffensive“ für Einrichtungen geben, in denen besonders gefährdete Menschen betreut werden.

Fördermöglichkeiten für Kommunen

In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung verschiedene Instrumente geschaffen, mit denen Kommunen bei der Anpassung an die zunehmende Hitze unterstützt werden sollen.

Dazu gehören die Weiterentwicklung des Förderprogramms KLIMOPASS, der „Förderbaukasten Blau-Grün“ und die neue Entsiegelungsprämie. Unterstützt werden können damit unter anderem Dach- und Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen, eine klimaangepasste Gestaltung von Schulhöfen und die Entsiegelung von Flächen.

Auch über die Städtebauförderung bestehen Möglichkeiten, öffentliche Räume klimaangepasst umzugestalten.

„Die Gestaltungsaufgabe für die Städte und Gemeinden ist enorm. Deswegen ist es gut, dass die Landesregierung sich darauf verständigt hat, unseren Kommunen beim Klimaschutz und der Klimaanpassung in den nächsten Jahren noch stärker zu unterstützen“, so Kollmann.

Hitze verursacht hohe wirtschaftliche Kosten

Dass Hitzeschutz weit über ein reines Wohlfühlthema hinausgeht, zeigen auch die wirtschaftlichen Folgen. Nach Angaben einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums verursacht bereits ein einziger Tag mit Temperaturen von mindestens 30 Grad Celsius direkte Kosten für die deutsche Wirtschaft in Höhe von 431 Millionen Euro.

„Klimaschutz und Prävention sind die beste Investition in die Zukunft unseres Landes. Jeder Euro, den wir heute in Klimaanpassung und Vorsorge investieren, hilft, künftige Schäden zu vermeiden und schützt damit Menschen, Wirtschaft und Kommunen“, erklärt Kollmann.

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