Gut getrennt ist halb recycelt – Global Recycling Day
(nabu – 19.3.25) Zu wenig, zu vermischt, zu viel im Restmüll: Mit dem Recycling von Abfällen in Deutschland steht es nicht zum Besten. Anlässlich des Global Recycling Day am 18. März sagt der NABU, wie mehr Müll wiederverwertet werden könnte.
„Am Anfang steht die Mülltrennung in den privaten Haushalten. Nur wenn es hier gut klappt, kann möglichst viel Material recycelt werden“, sagt Katharina Istel, NABU-Referentin für Ressourcenpolitik, „Entgegen mancher Gerüchte werden die getrennten Abfälle nicht wieder zusammengeworfen, und es wird auch nicht alles in andere Länder verschifft, wo es die Landschaft verschmutzt.“
Trotzdem läuft beim Recycling nicht alles rund: Nur wenig mehr als die Hälfte der Kunststoffverpackungen in Deutschland werden überhaupt wiederverwertet. Istel: „Viele Verpackungen kann man gar nicht recyceln, das muss sich dringend ändern. Positiv ist, dass Anfang des Jahres die EU-Verpackungsverordnung verabschiedet wurde und bis spätestens 2030 alle Verpackungen recyclingfähig sein müssen.“ Ein weiterer Grund für die schlechte Quote ist, dass viele Plastikverpackungen in der schwarzen Restmülltonne landen. Im Restmüll steckt laut Untersuchungen nur ein Drittel „echter Restmüll“, fast 40 Prozent sind Bioabfälle und rund 28 Prozent sind Wertstoffe. Diese Stoffe werden dann verbrannt und gehen fürs Recycling, Kompostierung oder Biogasgewinnung verloren.
Glas ist heute schon sehr gut zu recyceln, die Quote ist viel höher als bei Plastik. Aber selbst Glas verpasst die gesetzlichen Recyclingquoten, weil zu wenig Gläser und Flaschen in der Altglastonne landen – auch hier: ohne getrennte Sammlung kein Recycling.
Papier- und Kartonverpackungen sowie Getränkekartons können ebenfalls gut wiederverwertet werden. Aber nicht alles, was nach Papier aussieht, gehört auch in die Papiertonne. Istel: „Leider gibt es immer mehr To-go-Verpackungen und neuartige Verpackungen, zum Beispiel für Margarine oder Waschmittel. Das Hauptmaterial ist zwar Papier, aber letztlich ist es ein Material-Mix oder die Verpackungen sind mit Chemikalien ausgestattet, damit sie reißfest, feuchtigkeits- und fettbeständig sind. Diese Art von Papierverpackung ist nicht recyclingfähig oder stört das Altpapierrecycling.“ Die meisten dieser Verpackungen gehören, wie die Getränkekartons, in die Gelbe Tonne, aber auch nicht alle. Leider gibt es noch keine Kennzeichnung für die richtige Mülltrennung bei diesen komplizierten Fällen.
„Wir brauchen dringend eine einheitliche Kennzeichnung auf Verpackungen, welche Abfalltonne die richtige ist, um die Mülltrennung zu vereinfachen und das Recycling zu verbessern“, fordert Istel. „Aber selbst im Zweifelsfall: Keine Verpackung gehört in die Restmülltonne und die allermeisten Verpackungen kann man glücklicherweise gut zuordnen. So kann jede und jeder einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.“
Mehr Infos und Tipps zum Mülltrennen: www.NABU.de/muelltrennung
Mit mehr als 960.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben.
Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns
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