Heizöltanks in Hochwassergebieten richtig sichern

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Eine sichere Lagerung von Heizöl ist ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes und des Umweltschutzes

(pm 15.8.26) Besonders in Überschwemmungs- und Risikogebieten gelten deshalb besondere Vorgaben für Heizöltanks. Auch in Sandhausen gibt es entsprechende Gebiete, unter anderem entlang des Leimbachs.

Schon ein Tropfen Öl, das zur Wassergefährdungsklasse 2 gehört, kann mehr als 600 Liter Wasser verunreinigen. Bei einer Überflutung können deshalb erhebliche Umweltschäden entstehen, wenn Heizöltanks nicht ausreichend gesichert sind.

Überschwemmungs- und Risikogebiete

Überschwemmungsgebiete sind Flächen, die statistisch gesehen einmal in 100 Jahren von einem Hochwasser betroffen sein können. Dabei spricht man von einem HQ100.

Risikogebiete sind dagegen Bereiche, die bei einem Extremhochwasser, einem sogenannten HQextrem, oder beim Versagen einer Hochwasserschutzeinrichtung wie beispielsweise eines Deiches überflutet werden können.

Ob sich eine eigene Tankanlage in einem Überschwemmungs- oder Risikogebiet befindet, lässt sich anhand der Hochwassergefahrenkarten überprüfen. Diese stellt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unter www.hochwasserbw.de zur Verfügung.

Fristen für die Nachrüstung

Für Heizöltanks in Überschwemmungsgebieten galt die Verpflichtung, diese bis spätestens 5. Januar 2023 hochwassersicher nachzurüsten.

Für Heizöltanks in Risikogebieten gilt eine Frist bis spätestens 5. Januar 2033. Auch bei einer wesentlichen Änderung der Anlage, beispielsweise beim Austausch eines Tanks, muss gleichzeitig eine hochwassersichere Nachrüstung erfolgen.

Grundlage für diese Vorgaben ist § 78c des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG).

Eigentümer tragen Verantwortung

Das Wasserhaushaltsgesetz schreibt außerdem eine Eigenvorsorge vor. Die Verantwortung für private und gewerbliche Objekte liegt bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern.

In § 5 Absatz 2 WHG heißt es: „Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen …zu treffen …“

Auch die Gemeinde Sandhausen musste deshalb vor Kurzem die Öltanks des Friedrich-Ebert-Schulzentrums gegen ein Aufschwimmen sichern.

Drei Möglichkeiten zur Sicherung

Heizöl ist leichter als Wasser. Dringt Wasser in einen Raum mit einem Heizöltank ein, kann es das Heizöl aus dem Tank herausdrücken. Dadurch kann das Öl in den Aufstellraum oder in die Umgebung gelangen.

Um dies zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Der Tank kann, sofern dies möglich ist, oberhalb des maximal möglichen Hochwasserstandes aufgestellt werden.
  2. Durch bauliche Maßnahmen kann verhindert werden, dass Wasser überhaupt bis zum Tank vordringt.
  3. Ein Erdtank kann, soweit möglich, durch eine entsprechende Verankerung gegen Auftrieb gesichert werden.

Prüfungen für Heizölverbraucheranlagen

Heizölverbraucheranlagen müssen nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) von einem Sachverständigen geprüft werden. Dieser muss durch eine anerkannte Sachverständigenorganisation bestellt worden sein.

Oberirdische Heizölverbraucheranlagen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1.000 bis 10.000 Litern müssen beispielsweise vor der Inbetriebnahme oder nach einer wesentlichen Änderung geprüft werden.

In Wasserschutzgebieten und Überschwemmungsgebieten ist außerdem alle fünf Jahre eine wiederkehrende Prüfung vorgeschrieben. Eine weitere Prüfung ist bei der Stilllegung der Anlage erforderlich.

Betreiber müssen Anlage regelmäßig kontrollieren

Für den ordnungsgemäßen Betrieb der Heizölverbraucheranlage ist der Betreiber verantwortlich. Bei Umweltschäden kann er entsprechend haftbar gemacht werden.

Zu seinen Pflichten gehört es, regelmäßig die Dichtheit der Anlage und die Funktionstüchtigkeit der Sicherheitseinrichtungen zu kontrollieren. Außerdem muss eine Anlagendokumentation geführt werden. Bei einem Betreiberwechsel ist diese an den neuen Betreiber zu übergeben.

Tritt Heizöl in einer nicht nur unerheblichen Menge aus, müssen unverzüglich die Wasserbehörde oder eine Polizeidienststelle informiert werden.

Gefahr auch durch Starkregen

Eine Überflutungsgefahr für Heizöltanks besteht nicht nur in ausgewiesenen Überschwemmungs- und Risikogebieten. Auch außerhalb dieser Bereiche können Starkregenereignisse dazu führen, dass Wasser in Keller eindringt und dort Heizöltanks gefährdet.

„Es mag sein, dass ein Hochwasser in Sandhausen sehr unwahrscheinlich erscheint. Aber auch ein Starkregen wie 2022 lässt einen Keller mit Öltank schnell voll laufen. Und man schützt mit guter Sicherung des Öltanks auch sein Haus vor Verunreinigungen“, sagt Christian Niemann. Er ist im Ortsbauamt unter anderem für das Starkregenrisikomanagement zuständig.

Die Gemeinde Sandhausen hat zu diesem Thema ein entsprechendes Konzept erstellt. Unter www.sandhausen.de werden unter anderem anhand von Starkregengefahrenkarten seltene, außergewöhnliche und extreme Hochwasserszenarien dargestellt.

Text und Foto: Gemeinde Sandhausen

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