Hornissensaison beginnt: Asiatische Art wird häufiger gemeldet als die heimische
Die Insektensaison 2026 kommt langsam in Schwung
(nabu 10.3.26) Bei mildem Vorfrühlingswetter lassen sich bereits zahlreiche Insekten beobachten. Neben Schmetterlingen wie dem Admiral und dem Zitronenfalter sind zunehmend auch Bienen, Hummeln und Wespen unterwegs. Besonders auffällig: Auch Hornissen zeigen sich wieder häufiger – und dabei wird eine invasive Art derzeit häufiger gemeldet als die heimische.
Frühe Aktivität bei Hornissen
Bei den meisten staatenbildenden Insekten haben nur die Königinnen den Winter überlebt. Das gilt auch für Hornissen. Sobald die Temperaturen steigen, verlassen sie ihre Winterverstecke und beginnen mit der Suche nach geeigneten Standorten für neue Nester.
Aktuelle Meldungen im Beobachtungsportal NABU-naturgucker.de zeigen jedoch eine interessante Entwicklung: Die invasive Asiatische Hornisse wird derzeit deutlich häufiger gemeldet als die heimische Europäische Hornisse. Wer gehofft hatte, der kalte Winter könnte der aus Asien stammenden Art zusetzen, sieht sich bislang getäuscht.
Kälte stellt für die invasive Art kein großes Problem dar
„In ihrer asiatischen Heimat kommt Vespa velutina vor allem in Gebirgsregionen vor. Sie kann daher gut mit Kälte umgehen und sucht rechtzeitig geschützte Winterverstecke auf“, erklärt NABU-Sprecher Helge May.
Allerdings steht ein entscheidender Test noch aus. Besonders der Nordosten Deutschlands erlebte im Winter 2025/26 sehr niedrige Temperaturen. Diese Regionen wurden von der Asiatischen Hornisse bislang kaum besiedelt. Die bisherigen Frühmeldungen von Königinnen stammen deshalb vor allem aus westlichen Regionen Deutschlands – etwa vom Oberrhein, aus der Pfalz, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet.
Längere Flugzeit als bei der Europäischen Hornisse
Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Arten zeigt sich in ihrer Aktivitätsphase. Die Flugzeit der Asiatischen Hornisse ist grundsätzlich länger als die der Europäischen.
Während sich die Europäische Hornisse meist schon im Oktober in ihre Winterquartiere zurückzieht, bleiben viele Asiatische Hornissen bis in den November hinein aktiv. Im Frühjahr beginnen sie häufig bereits im März mit dem Nestbau. Die heimische Art startet dagegen meist erst etwa einen Monat später in die neue Saison.
Zwar gibt es einzelne frühe Beobachtungen der Europäischen Hornisse – etwa Ende Februar oder Anfang März aus Regionen wie der Mosel oder der Niederrheinischen Bucht. Laut NABU handelt es sich dabei jedoch eher um seltene Ausnahmen.
Unterschiedliche Neststrategien
Zu Beginn der Saison suchen die befruchteten Königinnen beider Arten zunächst nach geeigneten Standorten für ihre Nester. Alte Nester aus dem Vorjahr werden dabei nicht wiederverwendet.
Die Europäische Hornisse baut ein Nest, das im Laufe des Sommers schrittweise vergrößert wird. Die Asiatische Hornisse verfolgt hingegen eine andere Strategie. Sie errichtet zunächst im Frühjahr ein sogenanntes Primärnest. Später im Jahr entsteht ein zweites, deutlich größeres Sommernest.
Diese Primärnester befinden sich häufig in niedriger Höhe, beispielsweise an Gebäuden oder in Sträuchern. Die großen Sommernester werden dagegen meist hoch oben in Baumkronen angelegt.
Die erwachsenen Tiere ernähren sich vor allem von Baumsäften, Nektar und reifem Obst. Für ihre Larven jagen sie jedoch eiweißreiche Nahrung – vor allem andere Insekten.
Ausbreitung in Deutschland
Die Asiatische Hornisse wurde ursprünglich durch den Menschen nach Frankreich eingeschleppt. Von dort aus breitet sie sich seit Jahren in verschiedene europäische Länder aus.
Auch in Deutschland schreitet die Ausbreitung voran. Dabei erfolgt sie vor allem von Westen nach Osten sowie von Süden nach Norden. In den östlichen Bundesländern ist die invasive Art bislang jedoch noch vergleichsweise selten.
Neben einem inzwischen wieder erloschenen Vorkommen in Berlin gibt es bislang nur einen bestätigten Nachweis aus Colbitz im Bördekreis in Sachsen-Anhalt. Experten gehen dennoch davon aus, dass sich die Asiatische Hornisse in den kommenden Jahren weiter ausbreiten wird.
Beobachtungen melden
Beobachtungen sowohl der Asiatischen als auch der Europäischen Hornisse können – möglichst mit Foto – online gemeldet werden. Informationen und Meldeformulare stellt der NABU unter www.NABU.de/Vespavelutina bereit. Weitere Hintergrundinformationen über Hornissen gibt es unter www.NABU.de/Hornissen.
Text und Foto: NABU / Pressemitteilung
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