Junge Igel im Herbst: Wann brauchen sie Hilfe?

Wanderer oder Waisenkind? Nicht jeder junge Igel braucht Hilfe

(ttt 23.9.26) Im Tom-Tatze-Tierheim gehen derzeit vermehrt Anrufe zu jungen Igeln ein, die tagsüber entdeckt werden. Doch nicht jeder kleine Igel braucht menschliche Hilfe. Der Tierschutzverein Wiesloch/Walldorf erklärt, worauf es bei der Einschätzung ankommt.

Kleine Igel sind im Herbst unterwegs

Auch im August werden noch Igeljunge geboren. Die spät geborenen Tiere sind zu dieser Jahreszeit teilweise erst etwa 100 Gramm schwer. Gleichzeitig müssen sie bis zum Winter genügend Gewicht zulegen, um den Winterschlaf antreten zu können. Als grobe Orientierung gelten im Spätherbst etwa 500 bis 600 Gramm.

Nach einer rund sechswöchigen Säugezeit erkunden die Jungtiere ihre Umgebung ohne ihre Mutter. In Kompost- und Laubhaufen suchen sie nach Regenwürmern, Maden, Käfern und Kellerasseln. Auch rund um Mülleimer finden sie mitunter Nahrung.

Dabei kann es vorkommen, dass ein Jungtier den Weg zurück zum Nest nicht findet. Häufig kommt die Mutter zu Hilfe und holt den kleinen Igel wieder ab.

Wenn die Temperaturen sinken, beginnen zunächst die ausgewachsenen Igel mit dem Winterschlaf. Die jungen Tiere folgen erst später und ziehen sich ab Anfang November ins Laub zurück. Sie benötigen mehr Zeit, um ausreichend Gewicht für den Winter anzulegen.

Nicht jeder junge Igel muss gerettet werden

Wer einen jungen Igel entdeckt, sollte zunächst genau beobachten, wie es dem Tier geht. Wirkt der Igel munter und unverletzt und ist er auf Nahrungssuche, besteht zunächst kein Grund, ihn mitzunehmen.

Anders ist die Situation bei verletzten oder offensichtlich kranken Tieren. Auch stark geschwächte Igel oder Tiere, die von Fliegen oder Maden befallen sind, benötigen fachkundige Hilfe.

Naturnaher Garten als Lebensraum

Nach Angaben des Tierschutzvereins können Gartenbesitzer Igel vor allem mit einem naturnahen Garten unterstützen. Wilde Ecken sollten möglichst erhalten bleiben. Auf Laubbläser, Häcksler und Mähroboter sollte verzichtet werden.

Auch Laub kann im Herbst auf dem Rasen liegen bleiben und dort verrotten. Tiere wie Kellerasseln und Regenwürmer, die das Laub zersetzen, dienen wiederum Igeln sowie Vögeln wie Rotkehlchen und Amseln als Nahrung.

Ein weniger aufgeräumter Garten kann damit für Igel und andere Wildtiere einen wertvollen Lebensraum bieten.

Weitere Informationen auf: https://www.tierschutz-wiesloch-walldorf.de/

nussloch-lokal.de Nussloch Lokal - Zeitung - Onlinezeitung

Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=197960

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