Kindertagespflege im Fokus: Stellungnahme der FDP-Kreistagsfraktion

FDP im Rhein-Neckar-Kreis setzt sich für eine starke und bezahlbare Kindertagespflege ein

(mar 21.1.26) Die Kindertagespflege also die Arbeit der Tagesmütter bzw. Tagesväter nimmt in der frühkindlichen Betreuung eine bedeutende Rolle ein. Sie stellt eine wichtige Ergänzung zu den Kindertagesstätten also Kindergärten und Kinderkrippen dar. Die betreuenden Personen müssen Qualifizierungsmaßnahmen zu dieser Tätigkeit absolvieren, die entsprechenden Wohnräume müssen geeignet sein. Wohnräume und Arbeit werden vom Jugendamt regelmäßig kontrolliert. Da die Tageseltern ihre Betreuungszeiten ihre Betreuungszeiten und auch -Betreuungsdauer flexibel einrichten können, ist diese Form der Kleinkindbetreuung für berufstätige Eltern, die ungewöhnliche Arbeitszeiten-z.B. Arbeiten im Schichtdienst eine willkommene Alternative zu den weniger flexiblen Kindertagesstätten. Ebenso sind Tageseltern nicht selten die einzige kurzfristige Möglichkeit Kinder im Alter von1-3 Jahren betreuen zu lassen. Die Vergütung der Tagesmütter erfolgt vom Landkreis, die Elternbeiträge wiederum werden von den Eltern an den Landkreis entrichtet.

Erneute Beitragserhöhung in der Kindertagespflege sorgt für Kritik

Im Rahmen der aktuellen Diskussion im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises zur Erhöhung der Elternbeiträge für Kinder in Tagespflege wurde deutlich, dass diese Besonderheiten und der Kindertagespflege nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dies führte zu einer eindeutigen Stellungnahme der FDP- Kreistagsfraktion gegen die vorgelegte Satzung zur Regelung der Elternbeiträge in ihrer derzeitigen Form.

FDP Kreisrätin Seemann hob in ihrer Stellungnahme hervor, dass bereits zu Jahresbeginn 2025 eine 60%ige Erhöhung der Elternbeiträge erhoben wurde. Man war sich mehrheitlich einig, dass eine Anpassung der Beiträge nach 10 Jahren gerechtfertigt ist, und erst einmal Bestand hat. Nun ist nach gerade einem Jahr schon die nächste Erhöhung angekündigt. Neben der neuerdings anstehenden Erhöhung, wurde auch noch die Beitragsbemessungsgrundlage verändert, nämlich auf das Niveau eines Krippenbetreuungsplatzes, sodass die nominale Erhöhung deutlich höher ausfällt, als es der Prozentsatz erscheinen lässt.

FDP kritisiert geplante Beitragserhöhungen in der Kindertagespflege im Rhein-Neckar-Kreis

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die grundlegenden Unterschiede in Angebot und Kostenstruktur zwischen Kindertagespflege und Kindertagesstätten. Während Kindertagesstätten beispielsweise einen festen Betreuungsschlüssel aufweisen, bieten Tagespflegepersonen eine flexiblere und individuellere Betreuung an. Ebenso fallen Gemeinkosten (bauliche Maßnahmen, Person wie Hausmeister, Reinigungskräfte, Catering) in Kindertagesstätten an, in der Kindertagespflege nicht. Dennoch orientiert sich die Beitragserhebung bislang überwiegend an den Strukturen der Kindertageseinrichtungen, was insbesondere für die Kindertagespflege zu einer strukturellen Benachteiligung führt.

Die Satzung zur Erhebung der Elternbeiträge fußt auf den Empfehlungen der Kirchen und Kommunalen Landesverbände. Diese enthält eine jährlich aktualisierte Tabelle, mit Empfehlungen für den Elternbeitrag für die verschiedenen Formen der Kindertagesstätten. In diesem Dokument wird aber darauf auch hingewiesen, dass der Elternbeitrag 20% der Gesamtkosten der Einrichtung nicht überschreiten soll. Während man die die Kostentabelle aus diesem Dokument bei der Kindertagespflege zur Anwendung kommen soll, die 20% Regel nach dem Willen des Landkreistages ausschließlich auf Kindertageseinrichtungen angewendet werden. Für die Kindertagespflege hält man sie für „zweckentfremdet“. Dies erscheint aus Sicht vieler Fachleute und Betroffener nicht nachvollziehbar, da die in den Empfehlungen enthaltenen Aussagen grundsätzlich auf unterschiedliche Betreuungsformen übertragen werden könnten und sollten.

Kritik an inkonsistenter Behandlung der Kindertagespflege

Weiterhin wird kritisiert, dass die Anpassung der Beiträge an die höheren Kosten der Krippenplätze in Kindertagesstätten erfolgt, ohne dabei zwischen Altersgruppen zu differenzieren. Auch für Kinder über drei Jahre soll der teurere Krippensatz bezahlt werden Die Vergütung von Tagespflegepersonen unterscheidet sehr wohl zwischen Kindern unter und über drei Jahren. Für die Betreuung von Kindern über drei Jahren ist der Stundensatz geringer. Ein weiteres Beispiel für die inkonsistente Behandlung der Kindertagespflege.

Der vorgegebenen Satzung konnte die FDP- Fraktion nicht zustimmen und wurde aber von CDU, FWV und SPD überstimmt, sodass es in den kommenden Jahren zu massiven Erhöhungen der Elternbeiträge in der Kindertagespflege kommen wird.

Hohe Beiträge können Familien und Nachwuchs beeinträchtigen

Die FDP-Fraktion des Rhein-Neckar-Kreises ist der Meinung, dass, es vor dem Hintergrund weiterhin sinkender Geburtenraten wichtig ist ein attraktives Angebot für die Betreuung von Kindern insbesondere zwischen 1-3 Jahren bereitzustellen. Kindertagespflege ist ein flexibles ergänzendes Angebot zu den Kindertagesstätten. Sind die Kosten zu hoch, und oder die Umstände nicht passend, werden im Regelfall die Mütter länger zu Hause bleiben, und möglicherweise auf weitere Kinder verzichten. In der Kleinkindzeit verzichten sie auf ihre Karrieremöglichkeiten, zahlen auch keine Steuern und Rentenversicherungsbeiträge, die letztlich für die Stabilisierung des Rentenaufkommens benötigt werden.

Nationale und internationale Studien belegen aber, dass die Kindertagesbetreuung eindeutig positive ökonomische Effekte erzielt.

Die FDP-Kreistagsfraktion Rhein-Neckar hätte sich gewünscht, dass die Verwaltung als auch die Mehrheit im Kreistag dieser übergeordneten Perspektive gefolgt wären.

Text und Foto: B. Seemann

nussloch-lokal.de Nussloch Lokal - Zeitung - Onlinezeitung

Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=191819

Kommentare sind deaktiviert.

Werbung

Foto-Galerie

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes