Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne knapp vor CDU

Enges Rennen bei der Landtagswahl

(mar 9.3.26) Bei der Landtagswahl am 8. März 2026 in Baden-Württemberg haben die Wählerinnen und Wähler ein knappes Ergebnis hervorgebracht. Bündnis 90/Die Grünen wurden mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft und lagen damit knapp vor der CDU, die 29,7 Prozent erreichte. Drittstärkste Partei wurde die AfD mit 18,8 Prozent. Die SPD kam nur noch auf 5,5 Prozent und erreichte damit ihr historisch schwächstes Ergebnis in Baden-Württemberg.

FDP und Die Linke scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde und ziehen nicht in den neuen Landtag ein. Damit besteht das Parlament künftig nur noch aus vier Fraktionen.

Mehr als 5,4 Millionen Menschen beteiligten sich an der Wahl. Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben, da das Wahlalter gesenkt wurde. Außerdem hatten die Wählerinnen und Wähler erstmals zwei Stimmen – eine für den Direktkandidaten im Wahlkreis und eine für die Landesliste einer Partei.

Wahlergebnisse in Baden-Württemberg

Das vorläufige landesweite Ergebnis der Zweitstimmen sieht folgendermaßen aus:

  • Bündnis 90/Die Grünen: 30,2 %

  • CDU: 29,7 %

  • AfD: 18,8 %

  • SPD: 5,5 %

  • FDP: 4,4 %

  • Die Linke: 4,4 %

  • Sonstige Parteien: rund 7 %

Neuer Landtag und mögliche Koalitionen

Der neue 18. Landtag von Baden-Württemberg wird aus insgesamt 157 Abgeordneten bestehen. Die Grünen und die CDU verfügen jeweils über eine große Fraktion und könnten ihre bisherige Zusammenarbeit fortsetzen.

Eine Koalition aus Grünen und CDU hätte im Parlament eine stabile Mehrheit und gilt daher als wahrscheinlichste Regierungsoption. Rein rechnerisch wäre auch ein Bündnis zwischen CDU und AfD möglich, allerdings hat die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD klar ausgeschlossen.

Unterschiedliches Wahlverhalten in Stadt und Land

Ein Blick auf die Wahlergebnisse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Regionen.

Die CDU erzielte besonders in ländlichen Gebieten viele Stimmen und gewann dort zahlreiche Wahlkreise. Die Grünen dagegen schnitten vor allem in den großen Städten und Ballungsräumen wie Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg oder Mannheim besonders stark ab.

Die AfD konnte in vielen Regionen deutlich zulegen und wurde landesweit drittstärkste Kraft.

Ergebnisse im Rhein-Neckar-Kreis

Auch im Rhein-Neckar-Kreis zeigte sich ein gemischtes Bild zwischen Stadt und ländlichen Gemeinden. In mehreren Wahlkreisen der Region lagen die Grünen und die CDU eng beieinander.

In den stärker urban geprägten Gebieten – etwa rund um Heidelberg oder größere Städte entlang der Bergstraße – konnten die Grünen besonders viele Stimmen gewinnen. In eher ländlich geprägten Gemeinden des Kreises erzielte dagegen häufig die CDU die besten Ergebnisse.

Ein besonderes Ergebnis gab es im Wahlkreis Mannheim I: Dort gewann die AfD ihr einziges Direktmandat im Land. Damit konnte die Partei erstmals in der Region ein Direktmandat erringen.

Freude bei den Grünen in Wiesloch und Nußloch

Auch in der Region gibt es Grund zur Freude für die Grünen. Besonders für Yannick Veits aus Nußloch war der Wahlabend ein besonderer Moment. 

Bei den Bündnis 90/Die Grünen in Nußloch wurde der Wahlabend gemeinsam verfolgt. Mitglieder und Unterstützer kamen zusammen, um die Hochrechnungen live zu verfolgen und fieberten bis spät in den Abend mit. Als sich schließlich abzeichnete, dass die Grünen landesweit knapp vorne liegen, wurde die Stimmung entsprechend ausgelassen.

 

Bedeutende Wahl für die Zukunft des Landes

Die Landtagswahl 2026 gilt als eine der spannendsten Wahlen der vergangenen Jahre in Baden-Württemberg. Der bisherige Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) trat nach drei Amtszeiten nicht mehr an. Damit ging es erstmals seit vielen Jahren um eine offene Nachfolge im Staatsministerium.

Der knappe Wahlausgang zeigt zudem eine deutliche Verschiebung im politischen Kräfteverhältnis: Während die AfD deutlich zulegen konnte, erlebte die SPD ein historisch schwaches Ergebnis. Gleichzeitig bestätigten die Wählerinnen und Wähler die Grünen erneut als stärkste politische Kraft im Südwesten.

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