Manuel Just zum Landrat des Rhein-Neckar-Kreises gewählt

Der noch amtierende Landrat Stefan Dallinger (Mitte) mit seinem Nachfolger Manuel Just (links) und dessen Mitbewerber Ralf Frühwirt. Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
(eme 3.2.26) Manuel Just wird neuer Landrat des Rhein-Neckar-Kreises
Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hat am heutigen Dienstag Manuel Just zum neuen Landrat gewählt. Der 46-jährige Oberbürgermeister von Weinheim setzte sich im Kulturzentrum Palatin in Wiesloch deutlich durch und erhielt 72 der 94 gültigen Stimmen. Damit wird Just zum 1. Mai 2026 die Nachfolge von Stefan Dallinger antreten, der das Amt seit 2010 innehat und nicht erneut kandidierte.
Ein Verwaltungsprofi mit kommunaler Erfahrung
Manuel Just bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Kommunalverwaltung mit. Seine Laufbahn begann als Stadtkämmerer in Rauenberg, bevor er zwölf Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Hirschberg war. Seit 2018 führt er als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Weinheim, wo er damals mit beachtlichen 68,42 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Der parteilose Verwaltungsfachmann wurde von der CDU-Kreistagsfraktion unterstützt, die in ihm einen ausgewiesenen Experten sieht, der gerade in finanziell angespannten Zeiten die richtige Besetzung für das Amt ist.
Deutlicher Vorsprung vor dem Herausforderer
Gegen Just trat der Grünen-Politiker Ralf Frühwirt an, der seit 1984 in der Lokalpolitik aktiv ist und sowohl im Leimener Gemeinderat als auch seit 1994 im Kreistag sitzt. Frühwirt betonte im Wahlkampf seine langjährige Erfahrung als Fraktionssprecher und wollte bewusst als politisch denkender Mensch die Verwaltung führen, nicht als reiner Verwalter. Das Wahlergebnis fiel jedoch eindeutig aus – Just konnte mehr als drei Viertel der Kreistagsmitglieder von sich überzeugen.
Herausforderungen für den größten Landkreis Baden-Württembergs
Der Rhein-Neckar-Kreis mit seinen 54 Kommunen steht vor besonderen Aufgaben. Just hatte bereits bei seiner Kandidatur angekündigt, sein über die Jahre erworbenes Fachwissen an dieser zentralen Stelle einsetzen zu wollen. Besonders seine finanzwirtschaftlichen Kenntnisse dürften gefragt sein, denn nach Jahren guter Steuereinnahmen durch die finanzstarke Metropolregion müssen nun neue Wege gefunden werden. Die CDU-Kreistagsfraktion hatte Just früh nominiert und setzt auf seine Expertise in schwierigen Zeiten.
Die Wahl fand in öffentlicher Sitzung im Palatin statt, einem passenden Rahmen für diese wichtige Entscheidung. Mit Manuel Just übernimmt ein Mann das Amt, der seine Heimat seit Jahrzehnten kennt und fest im Rhein-Neckar-Kreis verwurzelt ist. Er selbst sprach von einer „letzten beruflichen Veränderung“, mit der er die Scharnierfunktion zwischen kommunaler Familie und großer Politik ausfüllen möchte. Dass ihm die Kreistagsmitglieder mit so deutlicher Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen haben, dürfte ihm den Start in dieses verantwortungsvolle Amt erleichtern.
Wissenswertes zur Landratswahl
Was macht ein Landrat?
Der Landrat ist der gesetzliche Vertreter des Landkreises, Vorsitzender des Kreistages und seiner Ausschüsse sowie Leiter der Verwaltung des Landratsamtes einschließlich der staatlichen unteren Verwaltungsbehörde und damit Vorgesetzter sämtlicher Kreisbediensteter.
Wer wählt den Landrat
Der Landrat wird vom Kreistag auf 8 Jahre gewählt; eine Wiederwahl ist möglich.
Wer konnte sich bewerben?
Bewerben konnte sich jeder Deutsche, der das 30. Lebensjahr, aber noch nicht das 68. Lebensjahr vollendet hat. Da der Landrat auch Leiter der Staatsbehörde ist, hat sich das Land ein Mitwirkungsrecht vorbehalten. Die Landkreisordnung Baden-Württemberg sieht bei Verfahren zur Wahl der Landrätin / des Landrats vor, dass zunächst ein besonderer beschließender Ausschuss aus der Mitte des Kreistags über die Geeignetheit der Bewerber berät. Anschließend werden die Bewerber gemeinsam mit dem Innenministerium benannt.
Wie lange kann ein Landrat im Dienst bleiben?
Spätestens mit Vollendung des 73. Lebensjahres scheidet ein Landrat aus dem Dienst.
Wie läuft die Landratswahl ab?
Die Wahl des Landrats des Rhein-Neckar-Kreises findet im Rahmen einer Sondersitzung des Kreistags statt. Sie ist für den 3. Februar im Kultzurzentrum „Palatin“ in Wiesloch anberaumt. Die beiden Bewerber werden eine 15-minütige Vorstellungsrede halten.
Für den ersten und zweiten Wahlgang ist nach der Landkreisordnung die Mehrheit der Stimmen aller Mitglieder des Kreistags erforderlich; im dritten Wahlgang gewinnt der Bewerber, der die höchste Stimmenzahl erreicht.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können die Landratswahl per Live-Stream im Youtube-Kanal des Rhein-Neckar-Kreises mitverfolgen. Informationen dazu gibt es unter www.rhein-neckar-kreis.de/lrwahl
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