Monatstickets verlieren gegen Deutschlandticket

Symbolfoto: Pixabay

ADAC vergleicht ÖPNV-Tarife in deutschen Großstädten

(adac 16.3.26) Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Vor diesem Hintergrund hat der ADAC die Ticketpreise für Bus, Bahn und Straßenbahn in 25 großen Städten untersucht. Das Ergebnis zeigt teilweise deutliche Preisunterschiede – und eine starke Konkurrenz durch das Deutschlandticket.

Preise stärker gestiegen als die Inflation

In den vergangenen fünf Jahren sind die Preise für Fahrkarten im Durchschnitt um rund 27 Prozent gestiegen. Damit liegen sie leicht über der allgemeinen Inflation, die im gleichen Zeitraum etwa 22 Prozent betrug. Einfluss auf die Tarifgestaltung vieler Verkehrsverbünde hat auch das Deutschlandticket, das derzeit 63 Euro im Monat kostet und von mehr als 14 Millionen Menschen genutzt wird.

Monatstickets häufig deutlich teurer

Besonders unter Druck stehen klassische Monatstickets. Ihre Preise reichen laut Untersuchung von 71,40 Euro in München bis zu 140,50 Euro in Köln und Bonn.

Das Münchner Angebot schneidet dabei nicht nur preislich gut ab. Das Ticket ist übertragbar und erlaubt die Mitnahme mehrerer Kinder bis 14 Jahre. Für Familien oder Paare kann es deshalb unter Umständen eine attraktive Alternative sein.

Kritik übt der ADAC allerdings an einigen Verkehrsverbünden: In Städten wie Augsburg und Bremen sowie in mehreren Städten des Ruhrgebiets – darunter Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen und Wuppertal – beginnen Monatstickets weiterhin starr zu Beginn eines Kalendermonats statt flexibel ab Kaufdatum.

Wochentickets werden seltener

Auch Wochentickets verschwinden zunehmend aus den Angeboten der Verkehrsverbünde. Inzwischen sind sie nur noch in 15 der 25 untersuchten Städte erhältlich. Der durchschnittliche Preis liegt bei rund 32,46 Euro. Im Vergleich zum Deutschlandticket lohnt sich diese Option daher meist nur noch in bestimmten Fällen, etwa für Touristen.

Einzelfahrten oft vergleichsweise teuer

Bei Einzeltickets liegen die Preise zwischen knapp drei Euro in Erfurt und über vier Euro in Städten wie Hamburg, München oder Augsburg. In vielen Städten lohnt sich deshalb bereits ab zwei oder drei Fahrten ein Tagesticket.

Der Durchschnittspreis für ein Tagesticket liegt bei etwa 8,44 Euro. Am teuersten ist es derzeit in Berlin mit 11,20 Euro. Auch München, Leipzig, Augsburg und Nürnberg überschreiten die Marke von zehn Euro.

Eine positive Ausnahme bildet Bielefeld: Dort wurde der Preis seit 2021 sogar gesenkt und liegt aktuell bei 6,70 Euro.

Genau vergleichen lohnt sich

Der ADAC rät Fahrgästen, die verschiedenen Ticketarten genau zu vergleichen. Besonders wichtig sei es, auf zusätzliche Leistungen zu achten, etwa:

  • ob Monats- oder Wochentickets übertragbar sind

  • ob weitere Personen, Kinder, Fahrräder oder Hunde mitgenommen werden dürfen

  • ob Tickets ab Kaufzeitpunkt volle 24 Stunden gelten oder nur bis Betriebsschluss

  • ob flexible Startdaten möglich sind

  • ob Online- oder Handytickets günstiger angeboten werden

Für Pendler – insbesondere für Menschen, die regelmäßig in verschiedenen Städten unterwegs sind – bleibt das Deutschlandticket derzeit meist die günstigste Lösung. Gelegenheitsnutzer sollten dagegen prüfen, ob Tageskarten oder sogenannte „Pay-as-you-go“-Tarife besser zu ihrem Nutzungsverhalten passen.

Quelle: ADAC / Pressemitteilung

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