Nosferatu-Spinne breitet sich weiter aus
Sichtungen nehmen auch im Norden Deutschlands deutlich zu
(nabu 9.6.26) Die aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland weiterhin aus. Nach Angaben von NABU|naturgucker häufen sich inzwischen auch die Nachweise in Mecklenburg-Vorpommern. Experten halten es mittlerweile für wahrscheinlich, dass sich die Art auch dort dauerhaft angesiedelt hat. Damit wäre die Spinne möglicherweise inzwischen in allen Bundesländern vertreten.
Noch vor wenigen Jahren sah die Situation anders aus. Im Jahr 2022, als die Nosferatu-Spinne durch zahlreiche Medienberichte bundesweit Aufmerksamkeit erlangte, wurde aus Mecklenburg-Vorpommern lediglich ein einzelner Fund gemeldet. Das Tier war damals nachweislich in einem Koffer nach Kühlungsborn gelangt und galt als eingeschleppt.
Von Süddeutschland bis an die Ostsee
Seit ihrer ersten Entdeckung in Deutschland im Jahr 2005 hat die Nosferatu-Spinne ihr Verbreitungsgebiet stetig erweitert. Heute wird sie nahezu bundesweit nachgewiesen. Aktuelle Meldungen zeigen, dass die Art inzwischen sogar auf den Ostseeinseln Rügen und Usedom vorkommt.
Auch in Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Sichtungen deutlich an. Seit 2024 liegen mehrere Fotobelege aus Lübeck vor. Für Fachleute ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Spinne zunehmend in Norddeutschland etabliert.
Kälte scheint kein Hindernis zu sein
Dass die Nosferatu-Spinne ursprünglich aus wärmeren Regionen stammt, scheint ihrer Ausbreitung kaum im Weg zu stehen. Nach Einschätzung von Experten kommt die Art auch mit den klimatischen Bedingungen im Norden Deutschlands gut zurecht.
Während der kalten Jahreszeit sucht sie häufig Schutz in Gebäuden. Geheizte Wohnungen, Häuser oder andere Innenräume bieten ihr günstige Bedingungen zum Überleben. Dadurch kann die Spinne selbst in Regionen mit niedrigeren Temperaturen erfolgreich bestehen.
Rekordjahr bei den Meldungen möglich
Die Zahl der gemeldeten Sichtungen bleibt auf hohem Niveau. Seit 2022 wurden jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Funde mit Fotos dokumentiert. Besonders auffällig ist die Entwicklung im laufenden Jahr: Bereits zwischen Januar und Mai gingen mehr als 2.500 Meldungen ein.
Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte 2026 erneut zu einem außergewöhnlich starken Jahr für die Beobachtung der Nosferatu-Spinne werden. Naturschützer bitten deshalb weiterhin darum, Funde möglichst mit einem Foto zu dokumentieren und zu melden. Die Daten helfen dabei, die weitere Ausbreitung und das Verhalten der Art besser zu erforschen.
Häufige Verwechslung mit Winkelspinnen
Wer eine große Spinne in Haus oder Garten entdeckt, sollte jedoch nicht automatisch von einer Nosferatu-Spinne ausgehen. Fachleute weisen darauf hin, dass die Tiere häufig mit heimischen Winkelspinnen verwechselt werden.
Da beide Arten eine ähnliche Größe erreichen und oft in Gebäuden anzutreffen sind, ist eine sichere Bestimmung mit bloßem Auge nicht immer einfach. Ein Foto des Fundes kann daher entscheidend sein, um die Art korrekt zu identifizieren und wissenschaftlich zu dokumentieren.
Quelle: NABU
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