PZN Wiesloch streikt ganztägig für bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne

Ganztägiger Streik am PZN Wiesloch am 28. Januar

(pm 27.1.26) ver.di ruft die Beschäftigten des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) Wiesloch am Mittwoch, 28. Januar, zu einem ganztägigen Streik auf. Die Psychiatrie-Beschäftigten aus Wiesloch beteiligen sich dabei solidarisch am Campus-Streiktag mit Demonstration in Heidelberg. Mit bundesweiten Streiktagen weitet ver.di in dieser Woche die Arbeitsniederlegungen in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder deutlich aus.

Treffpunkt und Ablauf am Streiktag

Die Wieslocher Streikenden treffen sich um 8.45 Uhr zu einer Foto-Aktion vor der Bus-Abfahrt (Treffpunkt: Haus 59, unterhalb der PZN-Küche). Zu diesem Termin ist die Presse eingeladen, Beschäftigte stehen für O-Töne und Fotos zur Verfügung.

Um 9.15 Uhr erfolgt die Abfahrt der Busse vom PZN nach Heidelberg.

ver.di-Ansprechpartnerin vor Ort:

Marianne Bretzel, ver.di-Gewerkschaftssekretärin, Telefon 0175 / 7591587

Erwartete Streikbeteiligung aus Wiesloch

ver.di rechnet insgesamt mit rund 200 Streikenden aus dem PZN Wiesloch. Etwa 150 Beschäftigte treffen sich ab Beginn der Frühschicht direkt in Wiesloch. Beteiligt sind Beschäftigte aus allen Arbeitsbereichen, darunter Pflege, Bau und Technik, IT, Sozialdienst, Ergotherapeut*innen sowie Medizinische Fachangestellte, die am PZN Wiesloch eine stetig wachsende Berufsgruppe darstellen. Weitere rund 50 Streikende aus Wiesloch werden direkt zur Demonstration nach Heidelberg kommen.

Forderungen und Stimmen aus der Gewerkschaft

„Heute kämpfen die Beschäftigten in der Psychiatrie in Wiesloch für sich selbst – für eine Verbesserung ihrer Einkommen und Arbeitsbedingungen. Beschäftigte aller Berufsgruppen und Auszubildende gemeinsam“, erklärt Monika Neuner, bei ver.di Rhein-Neckar verantwortlich für die Psychiatrien und das Gesundheitswesen.

Neuner betont weiter: „Für alle ist das Leben teurer geworden. Patientinnen, die wegen schwerer psychischer Erkrankungen auf Hilfe angewiesen sind, brauchen engagiertes und qualifiziertes Personal. Gute Arbeit in der Psychiatrie für die Patientinnen geht nur Hand in Hand mit Kolleg*innen aller Arbeitsbereiche. Es braucht gute Löhne für alle. Daher die Forderung nach mindestens 300 Euro mehr Lohn für alle.“

Notdienstregelung und Auswirkungen auf den Betrieb

ver.di erwartet eine hohe Streikbeteiligung in Wiesloch. Für den ganztägigen Streik wurde eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. Damit ist die Notversorgung sichergestellt, gleichzeitig soll möglichst vielen Beschäftigten – auch in der Pflege – das Grundrecht auf Streik ermöglicht werden.

Leistungen, die an Feiertagen nicht erbracht werden, werden auch im Notdienst eingeschränkt. Therapien und Neuaufnahmen finden nicht statt, die Tageskliniken bleiben geschlossen. Der Streik wurde von ver.di mit über einer Woche Vorlauf angekündigt, um Patient*innen und Angehörige umfassend zu informieren. Dennoch werden viele Beschäftigte weiterhin Notdienst-Arbeiten leisten müssen.

Campus-Streiktag mit bundesweiter Beteiligung

Am Campus-Streiktag am 28. Januar demonstrieren bundesweit in über 60 Städten Beschäftigte aus Hochschulen, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen für ihre Tarifforderungen.

„Die Beschäftigten sind empört über Aussagen der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen“, erklärt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Nicht nur haben diese bislang kein verbindliches Angebot gemacht, sie haben auch erklärt, bei der Bildung sparen zu wollen. Das ist eine politische Bankrotterklärung.“

Aufruf zum Campus-Streiktag in der Region

ver.di Rhein-Neckar ruft Beschäftigte folgender Einrichtungen zur Teilnahme am Campus-Streiktag auf: Universität und Studierendenwerke Mannheim und Heidelberg, Technische Hochschule Mannheim, Pädagogische Hochschule Heidelberg, DHBW Mannheim, verschiedene Leibniz-Institute, die Musikhochschule Mannheim sowie das PZN Wiesloch.

Treffpunkt zur Demonstration:

10 Uhr, Schwanenteichanlage Heidelberg

Ab ca. 11 Uhr: Kundgebung am Universitätsplatz Heidelberg

Hintergrund-Info:

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.
ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen. Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

Text und Plakat: ver.di Rhein-Neckar

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