Rekordjahr für die Störche im Zoo Heidelberg

Bis zu fünf Jungstörche befinden sich in einem Nest. (Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg)

Mehr als 50 Nester besetzt

(zoo 18.6.26) Wie in jedem Frühjahr haben wilde Weißstörche den Zoo Heidelberg als Brutplatz gewählt. In diesem Jahr ist die Storchenkolonie jedoch so groß wie nie zuvor. Mehr als 50 Nester sind derzeit besetzt, womit der Zoo die größte Storchenkolonie seiner Geschichte beherbergt. Die Population wächst bereits seit Jahren kontinuierlich.

Schon seit mehreren Wochen sind die Störche im Zoo deutlich wahrnehmbar. Mit ihrem typischen Schnabelklappern begrüßen sich die Tiere auf Dächern, Nisthilfen und Bäumen des Zoogeländes. Die wilden Weißstörche kehren jedes Frühjahr nach Heidelberg zurück, um hier ihre Jungen großzuziehen. In den Nestern sitzen aktuell zwischen einem und fünf Jungstörchen, wobei zwei bis drei Jungvögel pro Brutpaar die Regel sind. Die Küken sind vor etwa vier bis sechs Wochen geschlüpft und werden derzeit intensiv von ihren Eltern versorgt.

Mit dem Hubsteiger kommt Helmut Stein an einige Nester heran – jedoch nicht an alle. (Foto: Zoo Heidelberg)

Jährliche Nestkontrolle und Beringung

Vergangene Woche stand die jährliche Nestkontrolle an. Gemeinsam mit dem Storchenbeauftragten der Region, Helmut Stein, wurden fünf Nester mithilfe eines Hubsteigers angefahren. Viele weitere Nester konnten dabei nicht erreicht werden.

Im Rahmen der Kontrolle erhielten insgesamt elf Jungstörche einen individuellen Erkennungsring. Anhand der Nummer auf dem Ring können die Tiere künftig eindeutig identifiziert werden. Die Beringung erfolgt zügig und ohne Beeinträchtigung für die Jungvögel. Gleichzeitig bietet die Maßnahme die Möglichkeit, den Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen und die Anzahl der Jungstörche in den Nestern zu erfassen.

Zwei Jungstörche mit Senderringen ausgestattet

Eine Besonderheit in diesem Jahr sind zwei junge Weißstörche, die zusätzlich mit modernen Senderringen ausgestattet wurden. Diese ermöglichen es, die Flugrouten der Tiere nach ihrem Abflug im Herbst nachzuverfolgen.

Über die App „Animal Tracker“ lässt sich später beobachten, welchen Weg die Störche in ihre Winterquartiere nehmen und wo sie die kalte Jahreszeit verbringen. Die gewonnenen Daten liefern wertvolle Erkenntnisse für die Forschung und helfen Wissenschaftlern dabei, das Zugverhalten und die Lebensweise der Weißstörche noch besser zu verstehen.

Die Senderringe haben kleine Solarpaneele. (Foto: Zoo Heidelberg)

Wertvolle Erkenntnisse für die Forschung

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann sieht in der Entwicklung der Storchenkolonie eine positive Bestätigung für den Zoo Heidelberg als Brutstandort.

Die stetig wachsende Zahl der Störche zeige, dass der Zoo für die Tiere ein attraktiver und sicherer Ort zur Aufzucht ihrer Jungen sei. Besonders die beiden Senderringe eröffneten die Möglichkeit, den Zug einzelner Jungvögel nahezu in Echtzeit zu verfolgen und dadurch wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Gleichzeitig hofft das Zoo-Team darauf, die diesjährigen Jungstörche im kommenden Frühjahr wieder in Heidelberg begrüßen zu können.

Störche als Publikumsmagnet im Zoo

Wer derzeit durch den Zoo Heidelberg spaziert, hat gute Chancen, die Weißstörche aus nächster Nähe zu beobachten. Vor allem bei sonnigem Wetter bieten die Tiere ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Die erwachsenen Störche nutzen die aufsteigende Warmluft, um sich nahezu ohne Kraftaufwand in die Höhe zu schrauben. Hoch über dem Zoogelände kreisen sie dann am Himmel und zeigen eindrucksvoll ihre Fähigkeiten als Segelflieger. Für viele Besucher zählt dieses Schauspiel zu den besonderen Erlebnissen eines Zoobesuchs in den Sommermonaten.

Text und Fotos: Zoo Heidelberg

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