So bewegt sich der Rhein-Neckar-Kreis
So bewegt sich der Rhein-Neckar-Kreis: Neue Daten zeigen Mobilitätsverhalten
(rnk 8.9.26) Der Rhein-Neckar-Kreis ist mobil: Wie die Menschen im Landkreis zur Arbeit, zur Schule, zur Ausbildung oder zum Einkaufen unterwegs sind, welche Verkehrsmittel sie nutzen und wie sie die vorhandene Infrastruktur bewerten, zeigt der neue Regionalbericht zur Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD).
Die bundesweiten Ergebnisse der Studie wurden Ende 2025 veröffentlicht. Für den Rhein-Neckar-Kreis liegen dank einer eigenen Stichprobe erstmals besonders detaillierte regionale Daten vor. Zwischen April 2023 und Juli 2024 wurden insgesamt 5.617 Menschen aus 2.873 Haushalten befragt.
Auto bleibt wichtigstes Verkehrsmittel
Die Menschen im Rhein-Neckar-Kreis sind viel unterwegs: An einem durchschnittlichen Tag verlassen 82 Prozent der Bevölkerung ihr Zuhause. Jede Person legt dabei im Schnitt 3,1 Wege zurück. Insgesamt kommen dabei rund 33 Kilometer und etwa 77 Minuten zusammen.
Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel. 51 Prozent aller Wege werden mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt. Gleichzeitig spielen klimafreundliche Mobilitätsformen eine wichtige Rolle: 25 Prozent der Wege werden zu Fuß zurückgelegt, 15 Prozent mit dem Fahrrad und neun Prozent mit Bus und Bahn.
Besonders auffällig ist die vergleichsweise hohe Fahrradnutzung. Fast jede vierte Person fährt täglich oder nahezu täglich mit dem Fahrrad. Zudem besitzen 78 Prozent der Menschen ab 14 Jahren ein eigenes Fahrrad oder Pedelec.
Auch Homeoffice beeinflusst das Mobilitätsverhalten im Landkreis. 45 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten zumindest teilweise von zu Hause aus. Im Durchschnitt sind es 2,7 Tage pro Woche.
Fahrradanteil über Bundesdurchschnitt
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt schneidet der Rhein-Neckar-Kreis in mehreren Bereichen gut ab. Während deutschlandweit elf Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, sind es im Rhein-Neckar-Kreis 15 Prozent. Auch die alltägliche Fahrradnutzung liegt deutlich über dem Bundes- und Vergleichsdurchschnitt.
Insgesamt zeigt sich im Landkreis ein vielfältiges Mobilitätsverhalten. 42 Prozent der Bevölkerung nutzen regelmäßig mehrere Verkehrsmittel im Alltag. Bundesweit liegt dieser Anteil bei 34 Prozent. Besonders häufig werden Auto und Fahrrad im Laufe einer normalen Woche miteinander kombiniert.
Die Mehrheit der Menschen setzt allerdings auf ein Verkehrsmittel. Bei 39 Prozent ist dies das Auto.
Verkehrsinfrastruktur wird überwiegend positiv bewertet
Auch die Bewertung der Verkehrssituation fällt insgesamt positiv aus. Besonders gut schneiden das Zufußgehen mit der Schulnote 2,0 und der Autoverkehr mit 2,1 ab. Die Bedingungen für den Radverkehr werden mit der Note 2,5 ebenfalls besser bewertet als im Bundesdurchschnitt.
Beim öffentlichen Nahverkehr zeigt sich dagegen noch Verbesserungspotenzial. Mit der Schulnote 3,1 erhält der ÖPNV die schlechteste Bewertung aller Verkehrsarten im Rhein-Neckar-Kreis.
Als wichtigste Kritikpunkte nennen die Befragten unzureichende Verbindungen, mangelnde Zuverlässigkeit und lange Reisezeiten.
Verlässliche Grundlage für die Mobilitätsplanung
Landrat Manuel Just sieht in den Ergebnissen eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit des Kreises. „Zukunftsorientierte Mobilitätsplanung muss immer auch das individuelle Mobilitätsbedürfnis der Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigen“, sagt Just.
Der Regionalbericht liefere dem Rhein-Neckar-Kreis „verlässliche und repräsentative Planungsgrundlagen“, die künftig bei der Entwicklung von Mobilitätsstrategien und Verkehrsmodellen berücksichtigt werden könnten. Gleichzeitig zeige die Untersuchung, dass bereits eingeschlagene Wege – etwa bei der strategischen Radverkehrsförderung oder beim Kreisstraßendeckenprogramm – Wirkung zeigten und auch von den Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen würden.
Daten für künftige Projekte
Die MiD-Daten bieten dem Landkreis eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für strategische Entscheidungen in der Mobilitätsplanung. Genutzt werden könnten die Ergebnisse unter anderem für die Weiterentwicklung des landkreisweiten Radverkehrsnetzes, die Verbesserung des ÖPNV-Angebots sowie die Planung von Mobilstationen und intermodalen Angeboten.
Auch die Förderung klimafreundlicher Mobilität, die Verkehrs- und Infrastrukturplanung in Städten und Gemeinden sowie die Fortschreibung von Mobilitäts- und Klimaschutzkonzepten können von den Daten profitieren.
„Besonders wertvoll ist dabei, dass die Daten nicht nur für den gesamten Landkreis vorliegen, sondern auch differenzierte Aussagen zu verschiedenen Altersgruppen, Haushaltsformen oder Einkommensgruppen ermöglichen“, erklärt Patrick Fierhauser, Leiter der Stabsstelle Nachhaltige Mobilität.
Dadurch könne gemeinsam mit den Kreiskommunen künftig noch gezielter geplant werden. Die MiD biete dem Landkreis damit eine wichtige Datengrundlage, um die Mobilität der Zukunft bedarfsgerecht, nachhaltig und klimafreundlich weiterzuentwickeln.
Bundesweite Studie mit regionalen Daten
Die Studie „Mobilität in Deutschland“ ist eine bundesweite Haushaltsbefragung zum alltäglichen Verkehrsverhalten im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV). Sie wurde bereits 2002, 2008 und 2017 durchgeführt.
Für die aktuelle Erhebung wurden zwischen Mai 2023 und Juni 2024 bundesweit mehr als 218.000 Haushalte und rund 421.000 Personen zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt.
Erfasst wurden unter anderem die täglichen Wege der Menschen, die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel, die Ausstattung der Haushalte mit Autos und Fahrrädern sowie die Bewertung der Verkehrsinfrastruktur.
Text und Fotos: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
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