Stadt Walldorf bittet um Unterstützung bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke

Auf der Suche nach Larven und Eiern: Artin Tokatlian Rodriguez ist für die Firma ICYBAC GmbH im Auftrag der Stadt dieser Tage unterwegs, um eine Bestandaufnahme der Population der Asiatischen Tigermücke in Walldorf zu machen. Foto: Stadt Walldorf
Tigermücken machen keinen Urlaub
(pm 27.6.26) Die Stadt Walldorf ruft die Bevölkerung dazu auf, bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke mitzuwirken. Besonders bei warmem Wetter und nach Regenfällen findet die Mücke ideale Bedingungen zur Vermehrung.
Ausbreitung der Tigermücke eindämmen
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wurde erstmals 2007 in Deutschland nachgewiesen und hat sich seitdem in zahlreichen Kommunen ausgebreitet. Sie legt selbst nur kurze Strecken zurück, wird jedoch häufig unbemerkt mit Fahrzeugen in neue Gebiete transportiert.
Wird die Tigermücke nicht konsequent bekämpft, kann sie sich schnell vermehren. Zudem kann sie Krankheitserreger wie Dengue- oder Chikungunya-Viren übertragen. Auch wenn das Übertragungsrisiko in Deutschland derzeit gering ist, kann eine erfolgreiche Bekämpfung dazu beitragen, es weiter zu reduzieren.
Unterstützung durch Stadt und Fachfirma
Die Stadt Walldorf wird bei der Bekämpfung von erfahrenen Biologinnen und Biologen sowie der Fachfirma Icybac unterstützt. Gemeinsam wird Hilfe zur Selbsthilfe angeboten. In besonders betroffenen Gebieten führen Mitarbeitende kostenlose Tür-zu-Tür-Beratungen durch und helfen vor Ort bei der Beseitigung von Brutstätten.
Walldorfer Bürgerinnen und Bürger können in der Hebelstraße 9 in Heidelberg während der Öffnungszeiten der Icybac (mittwochs von 9 bis 13 Uhr sowie freitags von 14 bis 18 Uhr) kostenlos Bti-Tabletten, Hüpferlinge und Netze für Regentonnen abholen.
Auf dem Walldorfer Wochenmarkt finden außerdem am Donnerstag, 13. August, sowie am Donnerstag, 3. September, Informationsstände zum Thema statt.
Brutstätten im eigenen Umfeld beseitigen
Die Asiatische Tigermücke nutzt vor allem künstliche Wasseransammlungen als Brutplätze. Dazu gehören unter anderem Regentonnen, Zisternen, Gullys, Eimer, Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Wasserschalen, verstopfte Abflüsse oder herumliegendes Plastikspielzeug. Bereits stehendes Wasser über einen Zeitraum von mehr als einer Woche kann für die Entwicklung von Larven ausreichen.
Unnötige Wasserbehälter sollten entfernt oder regengeschützt gelagert werden. Nicht vermeidbare Wasserstellen wie Regentonnen sollten mit Bti-Tabletten behandelt und anschließend dicht verschlossen oder mit einem feinmaschigen Netz abgedeckt werden. Hüpferlinge können ergänzend eingesetzt werden, um Mückenlarven zu reduzieren. Nicht verschließbare Brutstätten wie Gullys sollten regelmäßig im Abstand von zwei bis drei Wochen behandelt werden.
Gemeinsam gegen die Ausbreitung
Die Bekämpfung der Tigermücke kann nur gelingen, wenn möglichst viele Menschen mitmachen. Einzelne unbehandelte Brutstätten reichen aus, damit sich die Mücke weiter vermehren kann. Wer sich zusätzlich engagieren möchte, kann sich online zur Straßenpatin oder zum Straßenpaten ausbilden lassen und die Nachbarschaft unterstützen.
Außenbereiche vor Urlaub schützen
Vor Reisebeginn empfiehlt die Stadt, Außenbereiche „urlaubsfest“ zu machen. Nicht benötigte Gefäße sollten entfernt oder entleert, Wasserbehälter gesichert und Vogel- oder Igeltränken umgedreht werden. Außenabläufe und Hofgullys sollten vor längerer Abwesenheit mit Bti behandelt werden. Bei längeren Reisen können Nachbarn oder Straßenpaten gebeten werden, mögliche Brutstätten regelmäßig zu kontrollieren.
Wer aus einem Gebiet zurückkehrt, in dem die Tigermücke verbreitet ist, sollte zudem das eigene Fahrzeug kontrollieren und gegebenenfalls Mücken entfernen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Hierfür können handelsübliche Insektensprays auf Pyrethroid-Basis verwendet werden.
Schutz vor Stichen
Zum persönlichen Schutz empfiehlt sich möglichst bedeckende Kleidung sowie die Verwendung wirksamer Mückenabwehrmittel mit Icaridin oder DEET. Für Kinder werden Präparate mit Icaridin empfohlen. Pflanzliche Wirkstoffe wie Citronella, Lavendel oder Geraniol bieten dagegen meist nur einen begrenzten Schutz.
Wer nach einer Reise in ein Tigermückengebiet unter Fieber, Gelenkschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein leidet, sollte ärztlichen Rat einholen, möglichst bei einer tropenmedizinisch erfahrenen Stelle.
Zusätzlichen Schutz bieten Fliegengitter an Fenstern und Türen. Mit konsequent umgesetzten Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke einzudämmen und den Sommer möglichst ungestört zu genießen.
Text und Foto: Stadt Walldorf
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