Wiesloch: Historischer Fassboden kann im Rathaus ausgestellt werden
Historischer Fassboden von Georg August Schweinfurth im Wieslocher Rathaus zu sehen
(pm 12.2.26) Ein besonderes kulturhistorisches Objekt hat nun dauerhaft seinen Platz im Wieslocher Rathaus gefunden: Der Fassboden, den der berühmte Afrikaforscher Georg August Schweinfurth im 19. Jahrhundert dem Heidelberger Schloss schenkte, befindet sich seit Kurzem im zweiten Untergeschoss des Rathauses und ist dort für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich.
„Wir freuen uns sehr, dieses außergewöhnliche historische Kleinod nun in Wiesloch beherbergen zu dürfen“, betont Bürgermeister Ludwig Sauer. „Der Fassboden ist nicht nur ein Zeugnis der Persönlichkeit Georg August Schweinfurths, sondern auch ein bedeutendes Stück Stadt- und Bildungsgeschichte, das nun wieder öffentlich erlebbar ist.“
Der Fassboden war über viele Jahre Teil der Ausstellungsfläche des Heidelberger Schlosses, wurde jedoch später aus Platzgründen eingelagert und war damit der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Auf Initiative der Schweinfurth-Nachfahren Dr. Martin Schweinfurth und seines Vaters Heinz Schweinfurth wurde schließlich eine Vereinbarung mit der Schlossverwaltung getroffen, wonach der Fassboden in den Besitz der Stadt Wiesloch übergehen durfte. Am 19. November 2025 – exakt 100 Jahre nach dem Tod des Afrikaforschers – holte Stadtarchivar Martin Sommer das Objekt in Heidelberg ab. Mit Unterstützung des Wieslocher Bauhofs wurde es anschließend ins Rathaus transportiert, wo es seither im Flur des zweiten Untergeschosses steht.
Zum Hintergrund des Objektes
Georg August Schweinfurth, der als einer der bedeutendsten Afrikaforscher des 19. Jahrhunderts gilt, studierte in Heidelberg, München und Berlin. In Heidelberg promovierte er 1862 mit der Arbeit „Pflanzen der Nilländer“, die mit „summa cum laude“ ausgezeichnet wurde. Aus Dankbarkeit und Verbundenheit zum Land seiner Vorfahren – die Familie Schweinfurth stammt aus Wiesloch – schenkte er dem Heidelberger Schloss den kunstvoll beschrifteten Fassboden.
Dieser trägt die Inschrift:
„Gott lieben macht selig, Wein trinken macht fröhlich.
Liebe Gott und trinke Wein,
kannst du froh und selig sein.
Georg Schweinfurth.“
Der Spruch erlaubt einen persönlichen Blick auf Schweinfurth, der sowohl den fröhlichen Seiten des Heidelberger Studentenlebens zugetan war als auch ein gläubiger Christ blieb. Zudem verband ihn eine langjährige Freundschaft mit dem damaligen Wieslocher Stadtpfarrer Carl Arnold.
Mit der Präsentation im Rathaus ist der Fassboden nun wieder dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich – und hat zugleich seinen Weg zurück in die Stadt gefunden, mit der die Familie Schweinfurth historisch eng verbunden ist.
Text und Foto: Stadt Wiesloch
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