Wildkatzen breiten sich weiter aus

BUND meldet Rekordzahl an Nachweisen

(bund 24.7.26) Das Artenschutzprojekt „Wildkatzenwälder von morgen“ des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt weiterhin Erfolge. Seit dem Projektstart im Oktober 2022 wurden bundesweit bereits 333 Wildkatzen genetisch nachgewiesen. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen untersucht der BUND die Bestände der Europäischen Wildkatze in zehn Bundesländern und setzt gleichzeitig Maßnahmen um, um ihre Lebensräume zu verbessern und besser miteinander zu vernetzen.

333 genetische Nachweise seit Projektbeginn

Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen, dass sich die Wildkatze in Deutschland weiter ausbreitet. Nach Angaben des BUND konnten seit dem Start des Projekts insgesamt 333 Tiere eindeutig genetisch nachgewiesen werden.

Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wo sich die scheuen Waldbewohner bereits angesiedelt haben und in welchen Regionen noch geeignete Lebensräume fehlen.

Neue Lebensräume für die Wildkatze

Parallel zur Bestandserfassung arbeitet der BUND daran, die Bedingungen für die Wildkatze zu verbessern. Dazu gehören unter anderem sogenannte „Wildkatzenburgen“ – größere Totholzhaufen, die den Tieren als Versteck, Ruheplatz und Rückzugsort dienen.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen werden diese künstlich angelegten Strukturen bereits von Wildkatzen angenommen.

Erfolge in Nordrhein-Westfalen und Bayern

Besonders erfreulich verliefen die Untersuchungen in mehreren Regionen Deutschlands.

Im Rhein-Sieg-Kreis gelang erstmals der genetische Nachweis von Wildkatzen. Dort waren in den vergangenen Jahren bereits Maßnahmen umgesetzt worden, um Wälder für die Tiere attraktiver zu gestalten.

Auch im Frankenwald in Bayern konnten zahlreiche Wildkatzen nachgewiesen werden. Trotz großer Waldschäden infolge von Trockenheit und Borkenkäfer scheinen die Tiere die neu entstandenen Offenflächen erfolgreich zu nutzen.

Vernetzung der Wälder bleibt wichtig

Trotz der positiven Entwicklung sehen Naturschützer weiterhin Handlungsbedarf. Viele geeignete Waldgebiete seien noch immer voneinander getrennt, wodurch sich die Tiere nur schwer ausbreiten könnten.

Deshalb setzt das Projekt verstärkt auf strukturreiche Waldränder und vernetzte Lebensräume. Davon profitieren nicht nur Wildkatzen, sondern auch zahlreiche andere Tierarten sowie die Stabilität der Wälder.

Waldbesitzer sollen eingebunden werden

Die positiven Ergebnisse haben bereits erste Folgen. Im Frankenwald möchte ein Waldbesitzer künftig gemeinsam mit dem BUND seine Waldränder wildkatzengerecht gestalten.

Der Umweltverband ruft weitere Waldbesitzende, Kommunen und Forstbetriebe dazu auf, sich an der Entwicklung naturnaher und klimastabiler Wälder zu beteiligen.

Quelle: BUND

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