„Was essen wir morgen?“ – Lebensmittelnetzwerk food.net:z blickt in die Zukunft der Ernährung

Zum Abschluss des jüngsten Treffens des Lebensmittelnetzwerkes food.net:z blieb den Teilnehmenden reichlich Zeit, um ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
„Was essen wir heute?“ war gestern. Viel wichtiger: „Was essen wir morgen?“
(rnk 12.2.26) Diese Frage stellte das von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar-Kreises initiierte Lebensmittelnetzwerk food.net:z bei seinem Jahresauftakt – und bekam zahlreiche spannende Antworten. „Netzwerk trifft Zukunft – Nahrung von morgen“ lautete das Motto, unter dem sich 60 Teilnehmende im Heidelberger Business Development Center einfanden. food.net:z-Geschäftsführerin Julia Sliwinski begrüßte die Anwesenden und gab zum Einstieg einen Rückblick über das vergangene Jahr des Netzwerks.
Experten zeichnen Zukunftsbild der Ernährung
Danach beschrieb Dr. Silke Lichtenstein, Geschäftsführerin und Wissenschaftliche Leiterin der Dr. Rainer-Wild-Stiftung, in ihrem Vortrag die „Zukunft der Ernährung“ und zog Parallelen zur gesamtgesellschaftlichen Werteentwicklung, in der persönliche Freiheit immer wichtiger werde, Natur und Ehrlichkeit hingegen an Bedeutung verlören. Prof. Dr. Carsten Leo Demming, Studiengangsleiter BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn, stellte in seinem Vortrag fest, dass manche Faktoren zeitlos sind: „Beziehungen zu Marken ähneln Beziehungen zu Menschen“, so der Experte. Den anwesenden Unternehmen riet er: „Sie wollen wie Nutella sein, das schon auf dem Frühstückstisch in jeder Familie steht. Sie wollen nicht der Nachbar sein, den man nur mal anklingelt, wenn man etwas Zucker braucht.“
Gleichzeitig warnte Demming, dass der Innovationsmut der Branche deutlich nachgelassen habe: Von 50 Prozent „echten Innovationen“ an allen Neueinführungen im Markt 2007 sei der Stand bis heute auf 19 Prozent gesunken. Dabei seien Kosten und Risiken für Innovationen viel geringer als der Verzicht auf Innovationen – denn ohne Innovationen ziehe die Konkurrenz bald an einem vorbei.
Innovationen aus der Region
Im food.net:z hingegen ist der Wille zur Innovation ungebrochen, wie die Netzwerkmitglieder zeigten: Zunächst beschrieb Dr.-Ing. Tomas Kurz, Co-Founder der ProteinDistillery GmbH aus Ostfildern/Heilbronn, wie sein Unternehmen nachhaltige Proteine für Lebensmittelunternehmen aus Hefe aus der Bierindustrie herstellt und so eine umwelt- und tierschonende Alternative für tierische Proteine bietet. Danach stellte Dr.-Ing. Peter Koepff, Geschäftsführer der Gelinova GmbH aus Neidenstein, innovative Anwendungen von Gelatinefolie vor. Diese sei wesentlich nachhaltiger und leichter zu entsorgen als Plastik, zudem falt- und formbar und für alle Trockenprodukte geeignet.
Auch die FRENVI GmbH, ursprünglich angetreten um essbares Besteck und Geschirr zu vermarkten, hat eine Inspiration aus der Bierindustrie bezogen: Der wissenschaftliche Leiter des Unternehmens Markus Götz präsentierte einen neuartigen Cracker aus Biertreber, den FRENVI demnächst in Wiesloch produzieren will – alkoholfrei und aus regionalen Rohstoffen. Andrej Piotrowski, President Creation, Design & Development bei der Eppelheimer ADM WILD Europe GmbH & Co. KG, stellte schließlich die Entwicklung von „Postbiotika“ vor, die als Beigabe in Getränken den Konsumentinnen und Konsumenten einen gesundheitlichen Vorteil verschaffen sollen.
Zum Abschluss blieb den Teilnehmenden reichlich Zeit, um am Buffet einerseits erste Proben eines postbiotisch angereicherten Getränks zu verkosten, andererseits aber auch ins Gespräch zu kommen und heute schon die Kontakte für morgen zu knüpfen. „Innovation braucht kompetente Partner – und die findet man hier im food.net:z, wie dieser Abend bewiesen hat“, so Geschäftsführerin Sliwinski. „Unser Dank geht nicht nur an die Referentin und die Referenten, sondern auch an die Teilnehmenden, die unsere Abschluss-Fragerunde und das Netzwerken zu einer lebendigen und spannenden Veranstaltung gemacht haben. Dieses Engagement zeigt: Unsere Mitglieder sind bereit für die Zukunft!“
Text und Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
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