Traumberuf Zootierpfleger: Arbeiten zwischen Tigern, Bären und Robben im Zoo Heidelberg
Wie sieht der Berufsalltag eines Tierpflegers wirklich aus?
(zoo 6.3.26) Im Zoo Heidelberg kümmert sich Manuel Stumpf als stellvertretender Revierleiter im Raubtierbereich täglich um Löwen, Tiger, Bären und Robben. Sein Arbeitstag ist abwechslungsreich – und beginnt schon früh am Morgen.
Früher Start mit Tierkontrolle
Der Arbeitstag beginnt für Manuel Stumpf um 7.30 Uhr. Zunächst steht eine gründliche Kontrolle aller Tiere im Revier an. Dabei achten die Tierpfleger genau darauf, ob sich die Tiere normal verhalten, ausreichend fressen oder mögliche Verletzungen haben.
„Wir schauen uns jedes Tier ganz genau an“, erklärt Stumpf. „Frisst es normal? Bewegt es sich wie gewohnt? Gibt es Auffälligkeiten?“ Anschließend stimmen sich die Tierpfleger mit den Kuratoren des Zoos ab. An diesem Morgen verläuft alles ruhig – bei Löwen, Tigern und den anderen Bewohnern des Raubtierbereichs gibt es keine Auffälligkeiten.
Schon früh stand für Stumpf fest, welchen Beruf er einmal ausüben möchte. „Ich wollte schon als Kind mit Tieren arbeiten – am liebsten draußen“, erzählt er. Seine Ausbildung zum Tierpfleger schloss er 2011 in Worms ab. Seit 2013 arbeitet er im Zoo Heidelberg.
Reinigung und Pflege der Anlagen
Nach der morgendlichen Kontrolle folgt ein wichtiger Teil des täglichen Arbeitsprogramms: die Reinigung der Anlagen und Gehege. Dazu gehört auch das Säubern der großen Glasscheiben, durch die Besucher die Tiere beobachten können.
„Unser Revier hat besonders viele Glasscheiben“, sagt Stumpf mit einem Lächeln. Entsprechend gehört das Putzen regelmäßig zu den Aufgaben der Tierpfleger.
Fütterung und Beschäftigung der Tiere
Am Nachmittag steht unter anderem die Fütterung der Löwen auf dem Plan. Darüber hinaus kümmern sich die Tierpfleger um abwechslungsreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere. Diese sogenannten „Enrichment“-Maßnahmen sind wichtig für das Wohlbefinden der Tiere.
So wird das Futter beispielsweise in Bällen, Kisten oder Felsspalten versteckt, damit die Tiere danach suchen müssen. Auch der Bodengrund oder die Einrichtung der Gehege wird regelmäßig verändert, um neue Reize zu schaffen.
Besonders gerne beobachtet Stumpf dabei die Syrischen Braunbären. „Sie lieben es, Honig aus Futtertonnen zu schlecken“, berichtet er.
Besondere Verbindung zu den Robben
Eine weitere Tierart liegt dem Tierpfleger besonders am Herzen: die Mähnenrobben. Mit ihnen arbeiten die Pfleger regelmäßig im sogenannten medizinischen Training. Dabei lernen die Tiere, bestimmte Bewegungen auszuführen oder sich untersuchen zu lassen.
„Wir arbeiten ausschließlich mit positiver Verstärkung“, erklärt Stumpf. „Es ist uns wichtig, dass die Tiere freiwillig mitmachen und Freude daran haben.“ Das Training erleichtert auch tierärztliche Untersuchungen, da diese so deutlich stressfreier durchgeführt werden können.
Besucherinnen und Besucher des Zoo Heidelberg können das kommentierte Training der Mähnenrobben täglich – außer freitags – um 11 Uhr sowie um 15.45 Uhr miterleben. Dabei wird gleichzeitig auch die Fütterung der Tiere erklärt.
Text und Foto: Zoo Heidelberg
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